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04.07.2015 Brasilien / USA / Politik

Dilma Rousseff trifft US-Präsident Obama nach zwei Jahren Diplomatiepause

Dilma Rousseff und Barack Obama bei ihrem Arbeitstreffen am 30. Juni im Weißen Haus

Dilma Rousseff und Barack Obama bei ihrem Arbeitstreffen am 30. Juni im Weißen Haus

Brasília/Washington. Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff hat am Donnerstag ihre fünftägige USA-Reise beendet. Vergangenen Samstag war sie das erste Mal seit zwei Jahren in die USA gereist, um sich in Washington mit dem amtierenden US-Präsidenten Barack Obama zu treffen. Ihr gemeinsames Thema war die Wiederaufnahme und Zukunft der bilateralen Beziehungen sowie die Aufwertung der Beziehungen USA–Südamerika. Außerdem traf sich Rousseff in New York und San Francisco mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik. Der Besuch stellte die Überwindung einer Krise dar, die die bilateralen Beziehungen nach Bekanntwerden der Ausspionage von Telefonaten und E-Mails der Präsidentin durch den US-Geheimdienst NSA im Jahr 2013 belastete.

Wenige Tage vor dem Besuch hatte der brasilianische Senat zwei Verteidigungsabkommen zwischen dem südamerikanischen Land und den USA verabschiedet, die bereits im Jahr 2010 von der US-Regierung unterzeichnet worden waren. Eines der beiden bedeutet praktisch die Reaktivierung des Defense Cooperation Agreement (DCA-Abkommen), das 1978 von der brasilianischen Militärdiktatur als Reaktion auf die nordamerikanischen Versuche, den Atomtechnologietransfer zwischen Deutschland und Brasilien zu stoppen, beendet worden war. Das andere ist das General Security of Military Information Agreement (GSOMIA), das Normen für den Schutz von Geheimdaten definiert und die Weitergabe der Daten an Drittländer unterbindet.

Im Anschluss an den gemeinsamen Besuch des Denkmals für Martin Luther King jr.  und das Abendessen sprachen sich die Präsidenten beider Länder vor Medienvertretern für eine engere bilaterale Kooperation in den Bereichen Bildung, Energie, Gesundheit, Wissenschaft und Technologie sowie Innovation aus.

Rousseff betonte dabei insbesondere die geplante Kooperation im Bereich des Klimaschutzes. Allein Brasilien wolle "bis 2030 die Zahl der illegalen Abholzung auf null reduziert haben", so die Präsidentin.

Vor den Gesprächen mit Obama traf sich Rousseff in New York mit wichtigen US-Investoren, um das Handels- und Investitionsvertrauen zu Brasilien wieder zu gewinnen. Außerdem nahm die Präsidentin an der Abschlussveranstaltung des Brazil-US Business Summit teil.

Ein Mittagessen mit dem amtierenden Vizepräsidenten der USA, Joe Biden, und ein Treffen mit der ehemaligen US-Außenministerin Madeleine Albright am Mittwoch rundeten Rousseffs Amtsbesuch ab.

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