Brasilien und Uruguay für Freihandel zwischen Mercosur und EU

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Keine Berührungsängste: Dilma Rousseff (re.) mit IWF-Chefin Christine Lagarde
Keine Berührungsängste: Dilma Rousseff (re.) mit IWF-Chefin Christine Lagarde

Brasília. Die Regierung in Brasilien drängt darauf, dass noch in diesem Jahr ein Freihandelsabkommen zwischen dem südamerikanischen Wirtschaftsbündnis "Gemeinsamer Markt des Südens" (Mercosur) und der Europäischen Union (EU) geschlossen wird. Neben Brasilien spricht sich auch Uruguay für ein baldiges Abkommen aus. Die seit Jahren stagnierenden Verhandlungen sollen im Juni wieder aufgenommen werden.

Uruguays Präsident Tabaré Vázquez reiste bei seinem ersten offiziellen Staatsbesuch vergangene Woche nach Brasília, um mit Präsidentin Dilma Rousseff über die Flexibilisierung des Mercosur und insbesondere über die Neuaufnahme der Verhandlungen mit der EU zu sprechen. Brasilien hat derzeit die Präsidentschaft des Regionalbündnisses inne.

Verhandlungen zwischen Mercosur – derzeit bestehend aus Brasilien, Uruguay, Argentinien, Paraguay und Venezuela – und der EU wurden bereits 1995 aufgenommen. Das Freihandelsabkommen wird seit dem Jahr 2000 diskutiert, jedoch ohne Ergebnis. 2010 wurden die Verhandlungen nach einer Unterbrechung erneut aufgenommen.

Rousseff betonte in einem Interview den Wirtschaftsfluss zwischen den Regionalblöcken, deren Import- und Exportwert 2014 bereits 52 Milliarden US-Dollar betrug. Gegenstimmen für eine sofortige Neuaufnahme der Verhandlungen kommen aus Argentinien, dessen Regierung laut der Tageszeitung "República" zunächst eine Anpassungszeit für die wirtschaftlich unterschiedlich entwickelten Mitgliedsländer des Mercosur fordert.

Wie das Internetportal "Carta Capital" berichtet, wurden die Verhandlungen im vergangenen Jahr erneut ausgesetzt, weil sich der Mercosur geweigert hatte, der EU sein Angebot vorzulegen, bevor die Europäer ihr eigenes präsentiert hätten. Wie jedoch nach dem Treffen verlautet wurde, sollen die Verhandlungen schon im Rahmen des Treffens der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (Celac) mit der EU im Juni wieder aufgenommen werden.

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