Farc sollen Stellung nehmen zu Mord an Aktivist in Kolumbien

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Logo des Afrokolumbianischen Nationalen Friedensrates (Conpa)
Logo des Afrokolumbianischen Nationalen Friedensrates (Conpa)

Tumaco, Kolumbien. Am 3. August ist im Bezirk Tumaco im Südwesten Kolumbiens der Menschenrechtsaktivist Gilmer Genaro García Ramírez ermordet worden. Die Organisation "Afrokolumbianischer Nationaler Friedensrat" (Conpa) macht die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) für den Mord verantwortlich und verlangt eine Stellungnahme der Guerilla, die seit 2012 mit der kolumbianischen Regierung in Havanna um ein Friedensabkommen verhandelt. Die Farc haben sich bislang zu den Vorwürfen nicht geäußert.

García gehörte dem Gemeinschaftsrat von Alto Mira und Frontera an, einem Zusammenschluss von Dorfgemeinschaften, die gemeinsame territoriale Interessen der Afrokolumbianer vertreten. Angaben von Conpa zufolge habe er mehrfach Morddrohungen erhalten. García sei wegen wegen seines Engagements für die Rechte und die Autonomie der Gemeinschaften und wegen seiner Neutralität gegenüber den bewaffneten Gruppen in der Region im Visier der Guerilla gewesen. Im Oktober 2014 habe diese ihn zu einem Treffen aufgefordert und ihm mit dem Tod gedroht, sollte er seine Tätigkeiten nicht einstellen, so Conpa weiter. García kam dem nicht nach, genausowenig den Vorladungen, die folgten. Für den Tag seiner Ermordung habe er erneut eine Aufforderung zu einem Treffen erhalten. Er war mit Begleitern im Auto unterwegs, als sie von Bewaffneten angehalten und gezwungen wurden auszusteigen. García musste sich auf den Boden legen. Dann tauchten zwei Männer auf einem Motorrad auf und schossen ihm in Kopf und Beine.

Neben einer Stellungnahme der Farc erwartet Conpa wie auch andere lokale Organisationen zudem vom kolumbianischen Staat und der UNO wirksamere Maßnahmen zum Schutz von Menschenrechtsaktivisten. So hatte García staatliche Schutzmaßnahmen in Anspruch genommen, die offensichtlich wirkungslos blieben. Außerdem fordert Conpa erneut eine verstärkte Einbeziehung indigener und afrokolumbianischer Gemeinschaften in die Friedensverhandlungen.

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