"Kolumbien will Frieden". Laut einer Umfrage vom August 2012 befürworten 74,2 Prozent der Bürger Kolumbiens einen Friedensdialog

Dossier

Friedensprozess in Kolumbien

Der bewaffnete Konflikt mit der größten Guerillagruppe wurde beendet. Aber bedeutet das auch Frieden?

Am 26. September 2016 beendeten die Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (Farc) und die Regierung unter Präsident Juan Manuel Santos einen 52 Jahre währenden bewaffneten Konflikt. Der Friedensvertrag wurde in der nördlich gelegenen Hafenstadt Cartagena de la Indias im Beisein zahlreicher internationaler Staatsgäste unterzeichnet. Am 2. Oktober 2016 fand eine Volksabstimmung über den Friedensvertrag statt, bei der die Mehrheit für Nein stimmte.

Die Friedensgespräche zwischen der Regierung und den Farc hatten bereits am 18. Oktober 2012 in Oslo begonnen. Norwegen und Kuba fungieren als Garanten, Venezuela und Chile als Begleiter des Friedensprozesses.

Ab dem 19. November wurden die Gespräche in Havanna fortgesetzt, bei dieser Gelegenheit erklärten die FARC einen einseitigen Waffenstillstand bis zum 20. Januar 2013. Bereits im Vorfeld hatte die Guerilla eine bilaterale Waffenruhe während der Verhandlungen vorgeschlagen. Dies lehnte die Regierung von Präsident Juan Manuel Santos bis zum 29. August 2016 ab.

Im Mittelpunkt der Gespräche stehen die sechs Themen Landreform, Demokratisierung und politische Beteiligung der Bürger, Ende des Konfliktes und politische Integration der Guerilla, Lösung des Problems der illegalen Drogen, Entschädigung für die Opfer, Durchführung und Verifizierung des Friedensabkommens.

Es ist der dritte Friedensprozess seit Beginn des bewaffneten Konflikts. Die linksgerichteten FARC wurden im Mai 1964 von Mitgliedern der kommunistischen Partei Kolumbiens und Bauern gegründet. Ihr Kampf richtet sich seitdem gegen die oligarchische Land- und Machtkonzentration in Kolumbien. Die derzeit größte Guerillaorganisation Lateinamerikas soll weiterhin eine Stärke von tausenden Kämpfern besitzen.

Laut einer Umfrage vom August 2015 befürworten 74,2 Prozent der Bürger Kolumbiens einen Dialog mit den FARC. Auch international wird der Friedensprozess unterstützt.

Weiter hohe Anzahl ermordeter Aktivisten in Kolumbien

Weiter Gewalt in Kolumbien
Auch Farc beklagen weiteres Todesopfer in Staatsgewahrsam. ELN-Guerilla sieht sich Vorwürfen ausgesetzt, Gewalt gegenüber indigener Bevölkerung auszuüben

Bogotá. Gewalt und Morde gegen Anführer und Aktivisten sozialer Organisationen nehmen im Jahr 2017 noch immer nicht ab. Ein Abgleich der Zahlen mit den vergangenen Jahren widerlegt … weiter ›

Farc in Kolumbien: von der Guerilla zur Bewegungspartei?

Die neue Linkspartei Fuerza Alternativa Revolucionaria del Común (Alternative revolutionäre Kraft des Volkes) steht vor zahlreichen großen Herausforderungen

Vom 27. August bis zum 1. September tagten rund 1.200 Delegierte der ehemaligen Guerillaorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (Farc) im Zentrum der Hauptstadt Bogotá. Das Ziel der … weiter ›

Farc in Kolumbien gründen politische Partei

1.200 Delegierte diskutierten über Namen, Ideologie und Programmatik der Partei um "grundlegenden politischen Wandel der Gesellschaft" voranzutreiben

Bogotá. Nach über 50 Jahren des bewaffneten Kampfes hat sich die Guerillaorganisation "Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens" (Farc) offiziell in eine politische Partei umgewandelt. … weiter ›

Kongress zur Parteigründung der Farc hat in Kolumbien begonnen

Frühere Guerillabewegung will weiter "für die Schaffung eines demokratischen politischen Systems kämpfen", das Frieden und soziale Gerechtigkeit garantiert

Bogotá. Am Sonntag hat in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá der Nationalkongress der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) begonnen. Auf dem vom 27. August bis zum 1. … weiter ›

Welle der Gewalt und Vertreibungen in Kolumbien

Drei Morde an Aktivistinnen und Aktivisten innerhalb von 72 Stunden. Erneut ehemalige Farc-Guerilleros getötet. Vertreibungen im Südwesten

Bella Vista, Kolumbien. Idalia Castillo Narváez, Mitglied der Organisation für Opferbelange und Vorstand des Rates für gemeinschaftliche Aktionen des Dorfes Bella Vista im … weiter ›

Politische Erklärung des letzten Plenums des Zentralen Generalstabs der FARC-EP

Der Zentrale Generalstab ist das höchste Gremium der FARC-EP. Gewählt wurden die 61 Mitglieder bei der letzten Konferenz der Guerilla im September 2016. Zum ersten mal nehmen auch Frauen als Mitglieder im Zentralen Generalstab teil

Vom 23. bis 26. Juli tagte in Bogotá das letzte Plenum des Zentralen Generalstabs der FARC-EP, Nationale Konvergenz für die Aussöhnung und den Frieden, bei dem seine Mitglieder den Kurs für den … weiter ›

Internationaler Gerichtshof nimmt 29 Militärs aus Kolumbien ins Visier

Bericht zeigt Untätigkeit der kolumbianischen Justiz bei Mordfällen durch das Militär. Hochrangige Soldaten könnten nun vor dem Gericht in Den Haag landen

Den Haag/Bogotá. Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) hat in seinem jüngsten Bericht zu Kolumbien auf die mögliche Verwicklung von 23 Generalen und sechs Obersten der Armee in … weiter ›

Inhalt abgleichen