Toter bei Übergriff von Paramilitärs auf Passagierboot in Kolumbien

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Es wird vermutet, dass die Paramilitärs Meeres- und Flusspassagen der Region kontrollieren wollen
Es wird vermutet, dass die Paramilitärs Meeres- und Flusspassagen der Region kontrollieren wollen

Buenaventura. Im Bezirk Buenaventura in Kolumbien sind die Passagiere zweier Boote von Paramilitärs bedroht und ausgeraubt worden, dabei starb ein Mann infolge eines Herzinfarktes.

Der erste Übergriff ereignete sich am vergangenen Sonntag früh morgens in Nähe der Mündung des Flusses Cajambre. Angehörige paramilitärischer Gruppen, die den Bootsverkehr kontrollieren, hielten ein Passagierboot an, das in Buenaventura gestartet und zum Fluss Naya unterwegs war. Sie bedrohten die 35 Passagiere und zwangen sie, ihnen Geld, Mobiltelefone und Reisegepäck auszuhändigen, anschließend ordneten sie die Weiterfahrt an.

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Nur wenige Minuten später ereignete sich der zweite Übergriff auf ein weiteres Boot. Dieses war mit 20 Passagieren in Naya gestartet und auf dem Weg nach Buenaventura. Dieselben bewaffneten Männer zwangen den Bootsführer am Meeresufer zu halten und die Menschen auszusteigen. Sie raubten ihnen sämtliche Habseligkeiten, inklusive das Boot und die Motoren. Anschließend wurden die Menschen gezwungen, sich ins Meer zu werfen, dabei starb ein älterer Mann aus Naya an einem Herzinfarkt.

Damit sind es in diesem Jahr bereits vier derartiger Übergriffe auf Passagierboote zwischen Buenaventura und den angrenzenden Flussgebieten. Nach Meinung der Interkirchlichen Kommission Gerechtigkeit und Frieden bezwecken die Paramilitärs, dadurch die Kontrolle bestimmter Meeres- und Flusspassagen sowie die Abschreckung der Bevölkerung, die in den Augen der Paramilitärs "Helfer der Guerilla" seien.

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