Chile erinnert an Tod und Terror am 11. September

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Die Hilfsorganisation für Verwandte der Opfer der Diktatur (AFEP) nahm nicht an der offiziellen Gedenkzeremonie der Regierung teil
Die Hilfsorganisation für Verwandte der Opfer der Diktatur (AFEP) nahm nicht an der offiziellen Gedenkzeremonie der Regierung teil

Santiago. Anlässlich des Putsches gegen die demokratisch gewählte Regierung von Präsident Salvador Allende in Chile vor 42 Jahre haben Regierung und Angehörigenorganisationen der Opfer am Freitag des Geschehens gedacht. In der Hauptstadt Santiago fand eine offizielle Gedenkveranstaltung statt. Neben der Präsidentin Michelle Bachelet waren im Präsidentenpalast La Moneda die ehemaligen Präsidenten Eduardo Frei und Ricardo Lagos anwesend. Es sei notwendig, die Menschenrechtsverbrechen aufzuklären, forderte Bachelet.

Das Gedenken und die Erinnerung an die 17 Jahre andauernde Militärdiktatur unter Augusto Pinochet seien von großer Bedeutung, so der Präsident der Vereinigung der Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes (ANEF), Raúl de la Puente. Dies sei die Grundlage für weitere Veränderungen im Kampf gegen die soziale Ungleichheit und für die Einführung einer neuen Verfassung in Chile. Es solle Mut machen, sich zu vereinen, um weiterhin für mehr Demokratie und soziale Gerechtigkeit zu kämpfen. De la Puente betonte dabei vor allem Reformen im Bildungs- und Gesundheitssystem sowie die Erarbeitung einer neuen Verfassung durch eine unabhängige Nationalversammlung.

Die Hilfsorganisation für Verwandte der Opfer der Diktatur (AFEP) nahm nicht an der offiziellen Gedenkzeremonie der Regierung teil. Grund dafür ist nach Aussage der Vorsitzenden Alicia Lira die Ablehnung eines Treffens mit der Organisation durch Präsidentin Bachelet. Hintergrund sind auch Streitigkeiten zwischen ehemaligen Gefangenen und der Regierung um Entschädigungen und Renten.

Viviana Díaz von der Vereinigung der Angehörigen von Verschwundenen und Häftlingen aus der Diktaturzeit hingegen hoffe darauf, dass sich die Präsidentin Zeit für direkte Treffen mit Gruppierungen Angehöriger nimmt, um deren Haltung zur Entwicklung der Menschenrechte in dem südamerikanischen Land zu verstehen. Díaz kritisierte die schleppend verlaufenden juristischen Prozesse gegen Menschenrechtsverbrecher. Sie verwies zugleich auf die Notwendigkeit, Verbrechen aufzuklären und Verantwortung zu bekennen, um einen weiteren Schritt der Demokratisierung zu machen.

Die Regierung Allende war am 11. September 1973 in einem blutigen Militärputsch gestürzt worden. Inzwischen ist bekannt, dass dieser Putsch von den USA und vor allem dem Auslandsgeheimdienst CIA aktiv unterstützt wurde.

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