Erdölpreis im Zentrum der Debatten bei Gipfel zwischen Unasur und Arabischer Liga

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Am 10. und 11. November fand in Riad der vierte Aspa-Gipfel zwischen Unasur und Arabischer Liga statt
Am 10. und 11. November fand in Riad der vierte Aspa-Gipfel zwischen Unasur und Arabischer Liga statt

Riad, Saudi Arabien. Zum vierten Mal haben sich Regierungsvertreter der Länder des südamerikanischen Staatenbundes Unasur und der Arabischen Liga getroffen. Ziel dieser Gipfeltreffen ist die Stärkung der Süd-Süd Kooperation in politischer, ökonomischer, technologischer und umweltpolitischer Hinsicht.

Bei der Zusammenkunft am 10. und 11. November in Riad standen Themen wie der Terrorismus und der schwache Erdölpreis ganz oben auf der Agenda. In der Abschlusserklärung sprachen die teilnehmenden Länder ihre Besorgnis über die bewaffneten Kämpfe in Syrien, Jemen und Libyen aus. Eine gemeinsame Strategie gegen den Terrorismus sei notwendig. Den derzeit laufenden Syrien-Gesprächsrunden in Wien sagten sie ihre Unterstützung zu.

Vor allem die Präsidenten Ecuadors, Rafael Correa, und Venezuelas, Nicolas Maduro, drängten auf Lösungen gegen den schwachen Erdölpreis, der ihren Ökonomien schade. Correa schlug eine Senkung der Fördermenge der Organisation Erölproduzierender Länder (Opec) um 1,6 Prozent vor. Maduro hält einen Erdölpreis von 80 bis 90 US Dollar pro Barrel für gerecht. Er wandte sich gegen die Manipulation der Rohstoffpreise: "Wir investieren und produzieren Erdöl, und es kann nicht sein, dass andere uns die Preise diktieren." Darüber hinaus schlug er eine gemeinsame Investitionsbank für wirtschaftliche Entwicklung vor und drückte seine Hoffnung aus, dass bis zum nächsten Treffen in drei Jahren konkrete Ergebnisse vorliegen. Venezuelas Präsident wies darauf hin, dass der wirtschaftliche Austausch zwischen den Regionen seit der Gründung vor zehn Jahren sich fast verdoppelt habe. Diese Süd-Süd Kooperation soll durch Vereinfachung der Rahmenbedingungen weiter ausgebaut werden.

In der Abschlusserklärung unterstützte das Treffen Argentinien in seinem Konflikt mit US-amerikanischen Hedgefonds. Jedes Land habe das Recht, seine Schulden eigenständig zu verhandeln, ohne Einmischung von Außen.

Die Teilnehmer wollen in internationalen Institutionen gemeinsame Positionen vertreten. So bei der Klimakonferenz in Paris und bei den Vereinten Nationen (UN). Die "Post-2015-Entwicklungsziele" der UN unterstützen beide Bündnisse und streben eine Entwicklung zur Bekämpfung der Armut und der Ungleichheit an.

An dem Gipfeltreffen Aspa (América del Sur y Países Arabes) nehmen die zwölf Unasur-Mitgliedstaaten und die 22 Länder der Arabischen Liga teil. Der erste Gipfel fand 2005 auf Initiative des damaligen brasilianischen Präsidenten Luis Inácio Lula da Silva statt. Das fünfte Treffen wird 2018 in Venezuela stattfinden.

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