Proteste gegen Politik der Regierung Santos in Kolumbien

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Demonstration in Cali am vergangenen Sonntag
Demonstration in Cali am vergangenen Sonntag

Bogotá/Medellín/Cali. Tausende Kolumbianer haben in Städten Bogotá, Medellín, Cali, Baranquilla, Manizales, Armenia, Ibagué und Cartagena gegen die Politik der Regierung von Präsident Juan Manuel Santos protestiert. In den sozialen Netzwerken waren die Bürger in den Wochen zuvor unter anderem vom Gewerkschaftsverband CUT aufgerufen worden, sich mit einem landesweiten Generalstreik gegen Korruption, Steuererhöhungen, niedrige Löhne und steigende Lebenshaltungskosten zur Wehr zu setzen.

Auf dem Plaza Bolívar in Bogotá forderten die Demonstrierenden eine Erhöhung der Löhne um zwölf statt der beschlossenen sieben Prozent. Außerdem solle die Regierung von der geplanten Mehrwertsteuererhöhung auf 19 Prozent sowie von einer Steuer auf Banktransaktionen absehen. Die Organisatoren des Streiks wurden in den Medien mit den Worten zitiert: "Wir sind 47 Millonen Kolumbianer gegen 300, die an der Macht sind. Sollen wir zulassen, dass sie mit unserem Geld und unseren Leben machen, wonach ihnen der Sinn steht?"

Derzeit liegen die Lebenshaltungskosten einer kolumbianischen Familie bei umgerechnet fast 3.240 Euro, der Mindestlohn beträgt gerade mal 186 Euro und reicht somit lange nicht zum Leben. Ursache sind vor allem steigende Preise für Lebensmittel. Aber auch die Inflation  macht sich bemerkbar.

Mit dem Streik, der, wie angekündigt auf unbestimmte Zeit im ganzen Land fortgesetzt werden soll, protestieren die Kolumbianer auch gegen den Verkauf des staatlichen Energieunternehmens Isagén. Das Unternehmen war am 13. Januar an den kanadischen Konzern Brookfields verkauft worden, ohne weitere Angebote einzuholen oder andere Anbieter anzuhören. Damit liegt die nationale Energieversorgung in Zukunft außerhalb kolumbianischer Einflussnahme.

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