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22.02.2016 Peru / Umwelt

Erdölhavarien im Norden von Peru

Hunderttausende Liter Rohöl verunreinigen Amazonasgebiet. Ursache soll mangelnde Wartung der Erdölleitung durch Staatsunternehmen Petroperú sein
Anwohner versammeln und beraten sich an einer verunreinigter
Stelle

Anwohner versammeln und beraten sich an einer verunreinigter
Stelle

Quelle: aidesep.org.pe

Lima. In Peru ist vergangene Woche erneut eine Erdölpipeline gebrochen. Hunderttausende Liter von Rohöl verunreinigen Felder und Flüsse im nördlichen Amazonasgebiet. Es war die dritte Havarie innerhalb von drei Wochen.

Am 25. Januar traten große Mengen Öl aus einer Pipeline im Bezirk Imaza aus. Die Lokalbehörden gaben an, dass der Fluss Chiriaco einen Ölteppich aufweist und der Schaden größer ist als angenommen. Außerdem prangerten sie die Inaktivität des staatlichen Erdölunternehmens Petroperú an. Die Havarie würde nicht kontrolliert und es bestünde das Risiko einer Kontamination des Amazonasgebietes, denn 2.000 Barrel Erdöl seien ausgetreten. Die peruanische Umweltaufsichtsbehörde OEFA untersuchte das Gebiet drei Tage nach dem Pipelinebruch und berichtete, dass der betroffene Bach, der in den Fluss Chiriaco mündet, einen Ölteppich in der Länge von 3,5 Kilometer aufweist und auch angrenzende Kakao-Plantagen von der Havarie betroffen sind.

Petroperú teilte zwei Tage nach dem Vorfall in einem Kommuniqué mit, dass kein Fluss oder Wasserweg von Erdöl verschmutzt wurde und der Schaden vollumfänglich begrenzt sei.

Drei Wochen danach reinigen weiterhin hunderte Personen das Gebiet und sammeln ausgetretenes Rohöl in Fässern. Der Fluss weist einen Ölteppich von über 30 Kilometer Länge auf. Die betroffenen indigenen Gemeinschaften werfen dem peruanischen Staat vor, verzögert und ungenügend auf die Umweltkatastrophe zu reagieren. Das nördliche Amazonasgebiet von Peru erlitt in den vergangenen Jahren wiederholt Erdölhavarien. Die indigenen Bewohner des Gebietes fordern vom Staat eine wirkliche und unabhängige Untersuchung der Schäden sowie Unterstützung der 8.000 Betroffenen.

Am 4. Februar brach im Departement Loreto eine weitere Rohrleitung. Die Anwohner versuchen, die 1.000 Barrel ausgetretenen Öls in Fässern zu sammeln. In diesem Fall teilte Petroperú mit, dass sie den Rohrbruch umgehend abdeckten und die Reinigungsarbeiten zusammen mit den lokalen Behörden und der Bevölkerung durchführen. Das Unternehmen erklärte außerdem, dass es seine Pipelines zuverlässig unterhalte und auch hier sofort das Notfallprozedere durchgeführt worden sei.

Am vergangenen Mittwoch meldet ein Lokalsender einen weiteren Rohrbruch an der Pipeline im Departement Cajamarca. Es sei Personal der Erdölfirma vor Ort und habe drei Auffangbecken mit Rohöl gefüllt. Petroperú verneint eine weitere Havarie und führt aus, es seien Unterhaltsarbeiten an dieser Stelle in Gang.

Petroperú wurde nun von der Investitionsaufsichtsstelle in Bergbau und Energie (Onsingermin) ein Bußgeld von über drei Millionen Euro auferlegt, da das Unternehmen seine Wartungsarbeiten an der Pipeline und Risikoanalysen nicht ordnungsgemäß durchgeführt hat. Die Umweltaufsichtsbehörde (OEFA) arbeitet noch an einem Bericht und könnte das Unternehmen mit weiteren 15 Millionen Euro sanktionieren.

Am Freitag protestierte die indigene Organisation Aidesep in Lima vor dem Sitz von Petroperú und verlangt, den Rohöltransport vom Norden Perus so lange zu unterbrechen, bis die Pipeline modernisiert und die Umweltschäden durch die Havarien in Amazonien wiedergutgemacht sind.

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