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Erster Brief aus den USA in Kuba übergeben, Blockade gelockert

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Carlos Rodriguez von der US-Post übergibt den ersten Brief in Kuba
Carlos Rodriguez von der US-Post übergibt den ersten Brief in Kuba

Havanna/Washington. Nach der teilweisen Lockerung der US-Blockade gegen das sozialistische Kuba ist am Mittwoch die erste direkte Postlieferung am internationalen Flughafen von Havanna angekommen. Nach Angaben des kubanischen Internetportals cubadebate.cu traf die SAAB 340 der Fluggesellschaft IBC Airways um zehn Uhr morgens ein. Dort wurde das Flugzeug von Carlos Asencio Valerino, dem Chef der Postgesellschaft Correos de Cuba, in Empfang genommen. Noch am Flughafen nahm er von Carlos Rodríguez von der US-Postgesellschaft den ersten nach Jahrzehnten direkt versandten Brief aus den USA nach Kuba entgegen.

Die Wiederaufnahme des Postverkehrs erfolgt wenige Tage vor einem historischen Besuch von Barack Obama in Havanna. Der US-Präsident wird am 21. und 22. März als erstes US-Staatsoberhaupt seit 1928 in dem Karibikstaat erwartet.

Neben dem Postverkehr hatte die US-Regierung auch das Reiseverbot für US-Amerikaner weiter gelockert. Zwar bleibt das Reiseverbot generell bestehen, die US-Behörden erlauben aber Besuche Kubas "aus Bildungsgründen" und "in direktem Kontakt zwischen Personen" beider Staaten. De facto kann damit jeder potentielle Kuba-Tourist aus den USA seinen Besuch des sozialistischen Inselstaates als Bildungsreise deklarieren.

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Andrea Gacki von der US-Behörde für die Kontrolle von Auslandsvermögen (OFAC) führte aus, dass US-Amerikaner fortan keine Sondererlaubnis mehr für Reisen nach Kuba beantragen müssen. Die Regierung in Washington gebe den Bürgern zwar einige Hinweise, wie mit den neuen Regelungen umzugehen sei. "Wir vertrauen aber in die Leute, damit sie direkter mit den Kubanern in Kontakt treten können, ohne dabei auf eine bestimmte Organisation angewiesen zu sein", so Gacki.

Neben dem wieder etablierten Postverkehr und den liberalisierten Reiseregelungen können auch US-Banken einfacher Geldtransfers nach Kuba durchführen und in dem Inselstaat operieren. Und schließlich können US-Amerikaner künftig kubanische Waren wie Rum und Tabak straffrei in Drittstaaten kaufen.

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