Küstenwache von Argentinien versenkt Fischerboot aus China

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Aufnahme der argentinischen Küstenwache von Dienstag Nachmittag, rechts die Lu Yan Yuan Yu 010
Aufnahme der argentinischen Küstenwache von Dienstag Nachmittag, rechts die Lu Yan Yuan Yu 010

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Nahaufnahme des involvierten Schiffs der argentinischen Küstenwache GC-28
Nahaufnahme des involvierten Schiffs der argentinischen Küstenwache GC-28

Puerto Madryn, Argentinien. Die argentinische Küstenwache hat nach eigenen Angaben am Dienstag ein Fischereischiff unter chinesischer Flagge beschossen, nachdem es über Stunden alle Aufforderungen zur Kooperation ignoriert und stattdessen versucht haben soll, das Schiff der Behörden zu rammen. Vier Männer der Besatzung, darunter der Kapitän, konnten festgenommen werden.

Das chinesische Hochseeschiff war in der Nacht vom Sonntag per Radar in der sogenannten Ausschließlichen Wirtschaftszone Argentiniens vor der Küste der Provinz Chubut ausfindig gemacht worden. Mit dem Fischen von Tintenfischen in diesem Gebiet – bis 200 Seemeilen vom Festland entfernt – verletzten die Chinesen internationales Seevölkerrecht, wonach die wirtschaftliche Nutzung von Meerestieren in dieser Zone ausschließlich dem angrenzenden Staat vorbehalten bleibt.

Laut Angaben der argentinischen Küstenwache hatten die Einsatzkräfte zunächst per Funkspruch in spanischer und englischer Sprache sowie optischer und akustischer Signale versucht, das Schiff zum Halten zu bewegen. Als dies ohne Reaktion blieb, habe man das Ministerium für Sicherheit in Buenos Aires verständigt. Nach dem Abfeuern von Warnschüssen hätten die Chinesen alle Lichter an Bord gelöscht und beschleunigt. Das Fischereischiff habe dann mit einem Manöver versucht die Küstenwache zu rammen, so dass die Argentinier sich gezwungen sahen, mit einem 40-mm-Geschütz auf deren Bug zu feuern. Die 28-köpfige Besatzung habe daraufhin versucht, die beiden umliegenden chinesischen Schiffe schwimmend zu erreichen. Nur vier Männer konnten dabei festgenommen werden, einschließlich des Kapitäns. Ihnen droht nun ein Verfahren wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und Verletzung des Bundesfischereigesetzes. Tödlich verletzt worden sei bei den Vorkommnissen niemand.

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Die argentinische Regierung schloss indes aus, dass der Vorfall Auswirkungen auf die diplomatischen Beziehungen mit China haben werde. Dessen Botschafter in Buenos Aires, Yan Wanming, versuchte seinerseits das Thema im Stillen zu behandeln. Aus Peking teilte der Sprecher des chinesischen Außenministerium, Lu Kang, mit, man beobachte das Problem "mit erhöhter Aufmerksamkeit" und riet den Argentiniern künftig "effektive Mittel" einzusetzen, um ähnliche Vorfälle zu vermeiden.

Jährlich fischen schätzungsweise etwa 400 Hochseeschiffe illegal in den Gewässern des südamerikanischen Landes. Erst vor zwei Wochen verfolgte die Küstenwache weiter südlich für vier Tage ein Fischereischiff, bevor es auf weiter See flüchten konnte.

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