Costa Rica hat nun ein Gesetz für nachhaltige Thunfischerei

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Große Nachfrage gefährdet weltweit die Bestände von Thunfisch
Große Nachfrage gefährdet weltweit die Bestände von Thunfisch

San José. Die Präsidentschaft von Costa Rica hat letzte Woche das Gesetz zur Wiedergewinnung des Thunfischreichtums und zur Förderung seiner nachhaltigen Nutzung zum Nutzen des costaricanischen Volkes unterzeichnet.

Am 11. August nahm das Parlament die entsprechenden Bestimmungen an, die 2019 von dem damaligen Abgeordneten José María Villalta Flórez-Estrada von der Frente Amplio vorgelegt wurden.

In der Gesetzesinitiative wird der Thunfischbestand als "strategische Ressource für die nationale Entwicklung" bezeichnet.

Auf dieser Grundlage wird das Fischerei- und Aquakulturgesetz reformiert. Ausländische Fischereiflotten sollen beschränkt und die einheimische Fischerei und Nutzung gefördert, faire Preise für Fanglizenzen verlangt und die Bedingungen für die Erteilung dieser Lizenzen aktualisiert werden.

Die Thunfischerei soll nach den Worten von Präsident Rodrigo Chaves Robles künftig nachhaltig und die Umwelt nicht geschädigt werden. Dies werde mehr Arbeitsplätze schaffen und die Regulierung der Lizenzen die Praxis beenden, "unseren Thunfischreichtum jahrelang zu verschenken".

Der Abgeordnete José Francisco Nicolás nannte die Reform den richtigen Weg, um den maritimen Reichtum des Landes zu steigern. Er sagte, dass dies Ordnung in das Meer bringen werde und dass man für die Schaffung eines Ozeanministeriums kämpfen sollte.

Eine Einschränkung bei der Reform besagt, dass der Staat der costaricanischen Bevölkerung und der nationalen Fischereiflotte Vorrang einräume, "solange die internationalen Handelsverpflichtungen nicht verletzt werden".

Das costaricanische Institut für Fischerei und Aquakultur (Incopesca) wird künftig eine wesentliche Aufsicht und Kontrolle durchführen. Ein Treuhandfonds für Investitionen in die Entwicklung und Ausbildung des nationalen Fischereisektors wird geschaffen.

Wenn Studien ergeben, dass die Thunfischbestände nur in geringem Umfang vorhanden sind, legt Incopesca Mechanismen für eine gerechte Nutzung fest.

Des weiteren betreffen die neuen Bestimmungen die Rechte rund um die Verarbeitung der Fänge, der Vermarktung sowie verpflichtende Standards bei Unternehmensstrukturen, Genossenschaften und Gründungsprozeduren. Auch der touristische Thunfischfang wird geregelt.

Außerdem wird festgelegt, dass Thunfischfänger, die in den Hoheitsgewässern Costa Ricas mit Methoden der Großfischerei (Ringwadenfischerei) fischen dürfen, einen Beobachter an Bord haben müssen, um die Sammlung wissenschaftlicher Daten und die Einhaltung der nationalen Fischereivorschriften sicherzustellen.

Mit der Unterschrift durch die Präsidentschaft und nach der Veröffentlichung des bereits unterzeichneten Gesetzes in La Gaceta erhält die Exekutive eine Frist von sechs Monaten, um die entsprechenden Verordnungen zu erlassen.

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