Armut in Lateinamerika verringert, Mexiko unter negativen Ausnahmen

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Titelblatt des Cepal-Berichtes
Titelblatt des Cepal-Berichtes

Santiago de Chile. Laut einer neuen Studie der UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (Cepal) hat sich die Armut in Lateinamerika im Zeitraum zwischen den Jahren 2010 und 2014 durchschnittlich leicht verringert. In der gesamten Region ging sie demnach von 31,2 auf 28,2 Prozent zurück. Allerdings lagen der Cepal nur für elf Länder des amerikanischen Kontinents südlich der USA aktualisierte Daten vor.

Für das Jahr 2015 wird eine Umkehr der Tendenz erwartet. Die Armutsrate ist im vergangenen Jahr wahrscheinlich wieder auf 29,2 Prozent gestiegen. In absoluten Zahlen gab es mit 168 Millionen armen Menschen in Lateinamerika zwei Millionen mehr Arme als noch 2010.

Die prinzipiell positive Entwicklung im Fünfjahreszeitraum 2010 bis 2014 wird von Cepal-Direktorin Alicia Bárcena mit einem generell gestiegenen Einkommen der Haushalte begründet. Von den elf Ländern mit aktualisierten Daten gab es nur in Costa Rica und Mexiko eine Entwicklung gegen den Trend. Im wirtschaftlich schwergewichtigen Mexiko stieg die Armut innerhalb der fünf untersuchten Jahre um 2,9 Prozent.

Nach der Cepal-Klassifikation lebte in Mexiko 2014 jede dritte Person in "Einkommensarmut", weitere zwölf Prozent waren völlig mittellos. Der Cepal-Bericht gibt auch offizielle mexikanische Statistiken wieder, nach denen sogar 53,2 Prozent der Bevölkerung in Armut leben. Für Mexiko wird der Reallohnverlust als Hauptfaktor für die zunehmende Armut genannt.

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