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Koordination für Menschenrechte in Peru ruft zu Protestmarsch gegen Keiko Fujimori auf

Das Bündnis "Keiko no va" ruft auch in den sozialen Netzwerken zur Demonstration am 31. Mai in Lima auf

Das Bündnis "Keiko no va" ruft auch in den sozialen Netzwerken zur Demonstration am 31. Mai in Lima auf

Quelle: facebook.com

Lima. Der Vorsitzende der Landeskoordination für Menschenrechte in Peru (CNDDHH), Jorge Bracamonte, hat angesichts des wahrscheinlichen Wahlsieges der Rechten von einer "unmittelbaren Gefahr " für die Bevölkerung gewarnt. Die Partei der Präsidentschaftskandidatin Keiko Fujimori, Fuerza Popular (Volkskraft), hat für die nächsten fünf Jahre die Mehrheit im Parlament gewonnen und werde bei einem Wahlsieg Fujimoris ihre Macht in der Exekutiven und Legislativen des Landes konzentrieren. "Es ist unsere ethische Pflicht, dies zu verhindern", sagte Bracamonte und kündigte für den 31. Mai einen Protestmarsch in Lima gegen die Kandidatin an.

Die Vertreterin der Familienangehörigen der Opfer des Blutbads an der Universität La Cantuta, Gizela Ortiz, äußerte sich ähnlich: Es sei des Landes unwürdig, wenn Keiko Fujimori Präsidentin von Peru werden würde. Das Verschwindenlassen von neun Studenten und einem Professor dieser Universität durch eine Spezialeinheit der Streitkräfte am 18. Juli 1992 war eines der Verbrechen, für die der Ex-Präsident Alberto Fujimori zu 25 Jahren Haft verurteilt wurde. Die aktuelle Anwärterin auf das höchste Staatsamt ist seine Tochter.

Fujimori tritt am 5. Juni gegen den neoliberalen Kandidaten Pedro Pablo Kuczynski vom Bündnis "Peruaner für den Wandel" (PPK) an. Laut den jüngsten Umfragen liegen beide etwa gleichauf. Bei den Wahlen kam Fujimori auf 39, Kuczynski auf rund 21 Prozent.

Die Plattform "Keiko no va" (Keiko darf nicht sein), ein pluralistisches, parteiunabhängiges Bündnis, ruft die Bevölkerung des Landes mit Veranstaltungen und Kundgebungen zur Demonstration am 31. Mai in die Hauptstadt auf. Auch international soll an diesem Tag gegen den "Fujimorismus" protestiert werden. Der Zusammenschluss hatte seit Beginn ihrer Kandidatur dazu aufgerufen, sie wegen der gravierenden Menschenrechtsverletzungen und der Korruption in der Regierungszeit ihres Vaters nicht zu wählen. Sie hatte sich nie davon distanziert und seine Verbrechen sogar geleugnet. Im Vorfeld der Wahlen vom 10. April gab es immer wieder breite Proteste. Die größte Demonstration fand am 5. April in der Hauptstadt des Landes statt – dem Jahrestag des sogenannten Selbstputsches von Alberto Fujimori im Jahr 1992. Damals löste der Präsident das Parlament auf und suspendierte die verfassungsmäßigen Rechte der Judikative.

Unterdessen hat auch die linksgerichtete "Frente Amplio" (Breite Front, FA) ihre Beteiligung am Protestmarsch gegen Keiko Fujimori angekündigt. Deren Präsidentschaftskandidatin Verónika Mendoza hatte mit 18,79 Prozentpunkten einen Achtungserfolg erzielt. Bei einer Zusammenkunft mit Vertretern des Bündnisses "Keiko no va" rief Mendoza die Bevölkerung auf zu verhindern, dass der "Fujimorismus wieder an die Macht kommt". Zugleich bekräftigte sie, dass die FA bei der Stichwahl keinen der Kandidaten unterstützen wird.

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