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06.05.2016 Honduras / Medien / Menschenrechte

Wegen dieses Textes sollte Félix Molina in Honduras sterben

Beitrag über Wasserkraftwerk Agua Zarca war am Tag des Attentats online gegangen. Wenig später eröffneten Unbekannte zwei Mal das Feuer auf Molina
Überlebte nur knapp: Félix Molina

Überlebte nur knapp: Félix Molina

Quelle: Félix Molina

Tegucigalpa. In Honduras ist der Journalist Félix Molina nach zwei  Mordanschlägen in kurzer Folge außer Lebensgefahr. Kurz bevor Unbekannte den Journalisten am Montag mit mehreren Schüssen niederstreckten, hatte Molina auf Facebook einen Artikel mit Hintergrundinformationen zum umstrittenen Wasserkraftwerk Agua Zarca veröffentlicht. Gegen dieses Vorhaben hatte sich auch die Anfang März ermordete Menschenrechts- und Umweltaktivistin Berta Cáceres engagiert. Der Angriff auf Molina reiht sich in eine Folge von Mordanschlägen auf Menschenrechtsaktivisten und Regierungskritiker ein.

"Leider leben wir in einem Land, in dem Journalisten, die ihren Beruf unabhängig ausüben, einem hohen Risiko ausgesetzt sind", sagte Molina nach dem Anschlag gegenüber der spanischen Nachrichtenagentur EFE. Molina fügte hinzu, sein Taxifahrer habe ihm das Leben gerettet, indem er ihn mit Vollgas aus der Gefahrenzone brachte, als er die Attentäter sah. Die Kugeln der Attentäter trafen beide Beine des Journalisten, ohne ihn lebensgefährlich zu verletzten.

Félix Molina war 2013 mit dem Samuel-Chavkin-Journalistenpreis der US-amerikanischen Lateinamerika-Organisation NACLA mit Sitz in New York ausgezeichnet worden. Amerika21 dokumentiert den Artikel, den Félix Molina kurz vor dem Abschlag auf Facebook veröffentlichte und der nach Ansicht mehrerer Beobachter Auslöser des Attentats war.


Heute sollte (Innen-)Minister Pacheco Tinoco über das Verbrechen an Bertha (Cáceres) sprechen, denn ein direkter Verwandter von ihm ist bei der DESA (Betreiberfirma von Agua Zarca) tätig. Der Präsident dieses Unternehmens, Roberto David Irías Navas, ist der Neffe des ewigen Abgeordneten Rodolfo Irías Navas, Vertreter der Nationalen Partei in La Ceiba im Department Atlántida. Er ist Militärangehöriger mit Abschluss in (der US-Militärakademie) West Point (2004) und er gehört der Stabsstelle des Geheimdienstes an. (...)

Der erste Polizeibericht (zum Mord an Cáceres) brandmarkt diese Akteure und benennt auch einen Abgeordneten aus Santa Barbara und einen ehemaligen Militärangehörigen, die den Oberen der Nationalen Partei nahestehen.

Der Vertrag zwischen DESA und (dem nationalen Energieunternehmen) ENEE mit der Nummer 043-2010 wurde durch Roberto Martínez Lozano am 03.06.2010 unterzeichnet und in der Gaceta am 31.12.2010 veröffentlicht.

DESA ist die Firma, die das Wasserkraftwerk Agua Zarca im Verwaltungsbezirk San Francisco de Ojuera in Santa Barbara am Fluss Gualcarque baut, der zu Gebieten des Volkes der Lenca gehört.

Der Vertrag beinhaltet die Nummer der Einschreibung von DESA bei der Industrie- und Handelskammer von Tegucigalpa: Es ist Nummer 2509060 und wenn Sie die Website http://190.5.103.114/clienteremoto/imagenes.aspx besuchen, dann können Sie Dokumente zur Zusammensetzung und Unternehmensstrukturveränderungen von DESA sehen.

Das Wichtige hier ist folgendes:

  1. DESA wurde im Mai 2009 von zwei Aktionären geschaffen, den Brüdern Roberto Antonio Abate Ponce und Geovanny Isidro Abate Ponce;
  2. Im Juni 2010 kam in die Verwaltung von DESA Herr Jorge Fabián Corea Lobo als Präsident und Félix Rolando Alvarenga Castillo als Sekretär dazu. Als besonderer Exekutivdirektor wurde Francisco Ayes Callejas ernannt;
  3. Im November 2011 wurde das soziale Kapital der Firma von 25.000 Lempira auf ein Minimum von 50 Millionen Lempira und dem Maximum von 143 Millionen Lempira angehoben.

Just zu diesem Zeitpunkt kam als Investor Potencia y Energía de Mesoamérica S.A. (PEMSA) hinzu, die durch Gerardo Carrasco Escobar vertreten wird und mit 16.650 Millionen Lempiras beteiligt ist. Ebenso die Investoren Las Jacarandas S.A. De C.V., die durch José Eduardo Atala Zablah und eine Kapitaleinlage von 33.350 Millionen Lempiras beteiligt ist. Er wurde in der DESA-Generalversammlung umgehend zum Präsident ernannt. Roberto Pacheco Reyes wurde zum Sekretär ernannt. Sie haben den Rat der Verwaltung von DESA wie folgt strukturiert: Roberto David Castillo Mejía – Präsident, Jacobo Nicolás Atala Zablah – Vizepräsident, Jorge Corea Lobo – 1. Vorsitzender, José Eduardo Atala Zablah – 2. Vorsitzender, Roberto Pacheco Reyes – Sekretär, Tanya Romero Baca y Pedro Atala Zablah – vertretende Vorsitzende, Karla López Matamoros – Kommissariat der Gesellschaft.

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