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US-Kreuzfahrtschiff in Kuba eingelaufen

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US-Kreuzfahrer in Havanna eingelaufen
US-Kreuzfahrer in Havanna eingelaufen

Havanna. Der US-Kreuzfahrer "MV Adonia" hat Ende vergangener Woche in Kuba angelegt. Dies war der erste Empfang eines US-amerikanischen Urlaubsschiffes nach einem halben Jahrhundert.

Das Schiff des Unternehmens Fathom Travel, einer Gesellschaft der Carnival Gruppe, hatte über 500 Passagiere an Bord und lief auf seiner einwöchigen Reise um die Karibikinsel zuerst in der Hauptstadt Havanna ein. Danach ging es über Cienfuegos weiter nach Santiago de Cuba und wieder zurück nach Miami. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben eines der weltweit größten Reiseunternehmen und möchte mit der Rundreise die Möglichkeit nutzen, um "neue Brücken" zwischen den USA und Kuba zu errichten.

Fathom ist das erste Kreuzfahrtunternehmen mit Genehmigung der US-Behörden für eine Schiffsreise im Rahmen des Programms "People-to-People" aus den USA nach Kuba. Aufgrund der noch immer bestehenden US-Blockade gegenüber dem Karibikstaat reisten die Passagiere nicht als Touristen, sondern zur Wiederherstellung kultureller Beziehungen nach Kuba. Nach Angaben der kubanischen Nachrichtenagentur Prensa Latina könnten nach Beendigung der Blockade jährlich über eine Million Touristen mit Kreuzfahrtschiffen nach Kuba kommen.

Obwohl in jüngster Vergangenheit einige konkrete Ergebnisse durch die Zusammenarbeit zwischen Kuba und den USA erzielt wurden, betonte Kubas Präsident Raúl Castro, dass eine Lockerung der Blockade, wie von US-Präsident Barack Obama kurz vor seinem historischen Besuch auf der Karibikinsel angekündigt, nicht ausreichend sei. Castro erinnerte daran, dass die von Washington verhängten Wirtschafts-, Finanz- und Handelssanktionen noch immer in Kraft sind und das größte Hindernis für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes darstellten.

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Wie Prensa Latina weiter berichtet, ist es kubanischen Finanzinstituten trotz der US-Bekundungen, Kuba könne den US-Dollar nutzen, noch immer nicht möglich, Transaktionen in Dollar durchzuführen. So teilte die Vereinigung von Kleinbauern (ANAP) mit, dass sie die von der US-Regierung zugelassenen Kaffeeimporte in die USA nicht durchführen kann, da die Abwicklung über Dollar nicht möglich ist. Auch ist es kubanischen Bankinstituten nicht erlaubt, Korrespondenzbanken in den USA zu haben, was zu unnötigen Kosten und Verzögerungen führt.

In einem Gespräch mit der US-amerikanischen Tageszeitung New York Times sagte Obama unlängst, dass derzeit eine neue Strategie gegenüber Kuba erprobt werde. Man gehe dabei nur ein kleines Risiko ein, das Land sei keine Bedrohung für die USA. Würden die eigenen Ziele nicht erreicht, dann werde man die Politik wieder anpassen.

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