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01.07.2016 Deutschland / Mexiko / Kultur / Politik

Volkshochschule in Berlin nach Diplomaten aus Mexiko benannt

Botschafterin Espinosa und Bezirksbürgermeisterin Herrmann

Botschafterin Espinosa und Bezirksbürgermeisterin Herrmann

Quelle: Alexander von Humboldt-Gesellschaft

Berlin. Mit einem Festakt ist in Berlin der Volkshochschule Friedrichshain-Kreuzberg der Name des ehemaligen mexikanischen Diplomaten Gilberto Bosques verliehen worden, der während des Nazifaschismus tausenden Menschen mit Reisedokumenten zur Flucht aus Europa verholfen hat. Bei der feierlichen Namensverleihung waren Mexikos Botschafterin Patricia Espinosa, Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann, Winfried Hansch, Präsident der Alexander von Humboldt Gesellschaft, und die Direktorin der Volkshochschule, Bärbel Schürrle, anwesend. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Mexiko-Deutschland-Jahres 2016/17 statt, das der Stärkung der bilateralen Beziehungen zwischen Mexiko und Deutschland dienen soll. In der Begründung der Bildungseinrichtung heißt es:

"Sehr viele Menschen sind derzeit von Krieg oder Verfolgung bedroht und müssen ihre Heimat verlassen. Auch in unserer Stadt wird erlebbar, dass Geflüchtete ankommen und es viele offene Fragen im Umgang miteinander gibt. Wir spüren alle, dass wir zu diesem Thema eine Haltung entwickeln müssen. In diese Orientierungssuche hinein fällt eine Anregung der Alexander von Humboldt-Gesellschaft. Sie regt an, den großen mexikanischen Humanisten Gilberto Bosques im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg zu würdigen. Schnell wird klar, dass er durch sein Handeln auch heute Vorbild sein und Orientierung geben kann. Der Bezirk hat deshalb die Entscheidung getroffen, seine größte Bildungseinrichtung, die Volkshochschule, nach Gilberto Bosques zu benennen."

Als mexikanischer Generalkonsul habe Gilberto Bosques (1892-1995) während des Zweiten Weltkrieges über 45.000 Juden, Anhängern der Spanischen Republik, Künstlern, Sozialisten und Antifaschisten Visa für Mexiko ausgestellt und ihnen damit das Leben gerettet. Auch für Mexiko sei diese Namensverleihung eine Ehre. Sie biete darüber hinaus Gelegenheit, den Menschen in Deutschland Bosques’ Botschaft des Friedens, der Solidarität und des friedlichen Miteinanders in einer multikulturellen Gesellschaft nahezubringen.

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