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09.07.2016 Guyana / Venezuela / Wirtschaft

Exxon Mobil entdeckt bedeutendes Erdölvorkommen in Guyana

Venezuela und Guayana – das umstrittene Gebiet rechts ist in dieser Karte rot schraffiert

Venezuela und Guayana – das umstrittene Gebiet rechts ist in dieser Karte rot schraffiert

Quelle: The Photographer
Lizenz: CC by-sa 3.0

Georgetown. Der US-Konzern Exxon, das höchst notierte Erdöl- und Erdgasunternehmen der Welt, hat die Entdeckung "signifikanter" Erdölvorkommen vor den Küsten Guyanas bekannt gegeben. Der Geologische Dienst Guyanas ordnet die Funde gar als zweitgrößte nicht erforschte Erdölvorkommen der Welt ein. Andere Schätzungen nennen 1,4 Millionen Barrel an verwertbarem und hochqualitativem Erdöl.

Die territoriale Zugehörigkeit des betreffenden Gebietes, die Esequibo-Region, ist zwischen Venezuela und Guyana allerdings strittig. Sie liegt an der Ostgrenze Venezuelas und umfasst knapp 160.000 Quadratkilometer. Mit dem Genfer Abkommen von 1966 wurde festgelegt, dass bis zu einer Klärung über die Zugehörigkeit des Gebietes keine Konzessionen an ausländische Unternehmen zur Ausbeutung der Ressourcen vergeben werden dürfen. Die Vereinbarung erklärt das Territorium sowie das Meeresgebiet ausdrücklich zum Gegenstand einer noch ausstehenden "einvernehmlichen Lösung".

Bis dahin verwaltet Guyana die Esequibo-Region. Jahrelang verlief diese Regelung ohne besondere Probleme, bis im Mai 2015 in Guyana der Ex-General David Granger die Regierung übernahm und eine Konzession an den US-Konzern erteilte. Mit der Ankündigung von Exxon, die Erkundungen fortzusetzen, belebt das Unternehmen nun die Spannungen zwischen den südamerikanischen Nachbarländern.

Nachdem der Territorialkonflikt zwischen Caracas und Georgetown im vergangenen Jahr die diplomatischen Beziehungen stark beeinträchtigt hatte, verständigten sich die Präsidenten der beiden Länder im September 2015 am Rande der UN-Generalversammlung in New York beiderseitig wieder Botschafter zu entsenden.

Die venezolanische Regierung hat wiederholt beklagt, dass die Spannungen in ihren diplomatischen Beziehungen mit Guyana von außen provoziert würden, mit dem Ziel, sich venezolanischen Erdöls zu bemächtigen und die lateinamerikanische und karibische Einheit zu untergraben.

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