Kolumbien / Soziales

Gewerkschaften in Kolumbien prangern Probleme im Gesundheitswesen an

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Die Vorsitzende der Gewerkschaft SINTRASALUDCOL, Luz Fanny Zambrano, in einem Mobilisierungvideo zum landesweiten Protesttag
Die Vorsitzende der Gewerkschaft SINTRASALUDCOL, Luz Fanny Zambrano, in einem Mobilisierungvideo zum landesweiten Protesttag

Bogotá. Die Gewerkschaft der Beschäftigten im Gesundheitswesen von Kolumbien (SINTRASALUDCOL) hat einen landesweiten Protesttag wegen bestehender Probleme bei der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung und den schlechten Arbeitsbedingungen in diesem Bereich organisiert. Gleichzeitig erklärte sich die Gewerkschaft, die mehr als 10.000 Pflegekräfte vertritt, in "permanenter Mobilisierung". Es gehe darum, die Regierung des südamerikanischen Landes zum Handeln zu bewegen.

In einer Erklärung spricht die Organisation von "ausgeschöpften rechtlichen und politischen Möglichkeiten", um gegen Korruption, gegen die Liquidation von Firmen des Gesundheitsdienstes, Klinikschließungen und Entlassungen von Pflegekräften vorzugehen. Zu den Vorwürfen zählen "eine systematische Verletzung des Rechts, unter angemessenen Bedingungen zu arbeiten und eine schwerwiegende Verschlechterung der Dienste in der Gesundheitsversorgung."

SINTRASALUDCOL zeigte sich empört "über die Sozialpolitik der Regierung von Präsident Santos" sowie über die zuständigen, namentlich genannten "völlig ungerührten, gleichgültigen und uneffektiven" Minister und leitenden Beamten. Alle Kolumbianer, die "Opfer der Zustände im Gesundheitswesen schon waren, sind oder werden könnten", werden aufgerufen, sich mit dem Kampf der Beschäftigten zu solidarisieren.

Der internationale Gewerkschafts-Dachverband UNI Global Union, der für weltweit 900 Gewerkschaften mit mehr als 14 Millionen Mitgliedern zuständig ist, hat sich zeitgleich mit den Protesten in Kolumbien in einem offenen Brief an Präsident Juan Manuel Santos gewendet, um den konservativen Politiker zu einem Dialog mit SINTRASALUDCOL zu bewegen. Der Generalsekretär des Dachverbandes, Philip Jennings, sowie die Regionalleiterin für den amerikanischen Kontinent, Adriana Rosenzweig, kritisieren dabei eine Verfolgung von Gewerkschaftern in Kolumbien, ausstehende Löhne, zurückgehaltene Gewerkschaftsbeiträge und katastrophale Zustände in der Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung.

"Alle Kolumbianer müssen Zugriff auf gute Gesundheitsdienstleistungen haben", so Rosenzweig in dem Schreiben. Präsident Santos müsse unverzüglich Maßnahmen ergreifen, um die notwendigen Investitionen in die verschiedenen Gesundheitssysteme, die sich in der Krise befinden, zur Verfügung zu stellen. Es sei unakzeptabel, dass wegen Korruption und Misswirtschaft Krankenhäuser und Kliniken geschlossen würden.

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