Dialog im Konflikt um Kupfermine Las Bambas in Peru aufgenommen

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Vizepräsident Martín Vizcarra in Cotabamba
Vizepräsident Martín Vizcarra in Cotabamba

Apurímac, Peru. Die peruanische Regierung und protestierende Anwohner der Kupfermine Las Bambas haben sich auf eine 45-tägige Unterbrechung des Streiks geeinigt, um in dieser Zeit einen Dialog aufzunehmen und eine Lösung für den Konflikt zu finden. In der Folge wurden die seit dem 12. Oktober bestehenden Straßenblockaden auf der Verbindungsstraße zwischen Challhuachuacho und Cuzco vorerst aufgehoben. Derzeit können somit Privatpersonen sowie Lebensmittel- und Treibstofftransporte die Straße passieren, nicht jedoch Transporte mit Minenerzeugnissen.

Sechs der direkt betroffenen Bezirke waren mit diesen Maßnahmen einverstanden, vier sprachen sich dagegen aus. Sie verwiesen mit Nachdruck auf ihre Forderung von Gebühren für die Nutzung ihrer Straßen durch den chinesischen Minenbetreiber MMG Ltd. Dieser lässt den abgebauten Kupfer anders als ursprünglich geplant nicht über eine Pipeline, sondern über die Straße transportieren, sodass jeden Tag hunderte LKW durch die bis dato sehr abgelegenen Gemeinden fahren, ohne dass diese dafür entschädigt werden. Raymundo Letona, Präsident der Gemeinde Quehuira, die sich gegen die Streikpause ausgesprochen hat, erklärte diesbezüglich seine Sorge, dass die Regierung und das Unternehmen "die Dringlichkeit unserer Beschwerden nicht berücksichtigen".

Vergangene Woche war bei Protesten in der Provinz Cotabamba ein Demonstrant von der Polizei erschossen worden. Die Gemeinden kündigten daraufhin einen unbefristeten Streik an, bis ein Dialog mit der Regierung aufgenommen wird, und forderten die Anwesenheit von Präsident Pedro Pablo Kuczynski oder dessen Stellvertreter Martín Vizcarra. Letzterer traf vergangenen Samstag mit einer Verhandlungsdelegation in Cotabamba ein, sprach jedoch ausschließlich mit den lokalen Bürgermeistern. Einige Gemeinden stellten sich daraufhin gegen den Dialog. Rodmy Cabrera, einer ihrer Sprecher, betonte die Notwendigkeit, mit allen Beteiligten zu verhandeln, und "nicht nur mit den Bürgermeistern, wie Vizcarra es tat". Er erklärte weiter: "Es gibt Frustration, weil er nicht mit den Gemeinden geredet hat und wir einen direkteren Umgang fordern". Juvenal Huamaní, Präsident der Gemeinde Pumamarca, kündigte fortwährende Straßenblockaden an, bis die Regierung einen Dialog mit den betroffenen Gemeinden eingehe.

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