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24.11.2016 China / Ecuador / Politik / Wirtschaft

Ecuador und China beschließen strategische Kooperation

Die Präsidenten von China, Xi Jinping und Ecuador, Rafael Correa

Die Präsidenten von China, Xi Jinping und Ecuador, Rafael Correa

Quito. Der Präsident von China, Xi Jinping, hat zum ersten Mal Ecuador besucht. Dabei unterzeichneten die Regierungen beider Länder elf Abkommen. Es handelt sich um Vereinbarungen in den Bereichen Finanzierung, Kommunikation, Kultur, produktive Strategien sowie eine Kooperation zur Bewältigung der Folgen des Erdbebens in Ecuador. China ist der drittgrößte Handelspartner für Ecuador.

Nach Ansicht des ecuadorianischen Präsidenten Rafael Correa sind die Verträge mit China vorbildlich für Lateinamerika. Die chinesischen Darlehen seien ohne Bedingungen vergeben worden, im Gegensatz zu den Krediten des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank. Auch der Technologietransfer und die Zusammenarbeit in Forschung und Wissenschaft seien für Ecuadors Entwicklung von großer Bedeutung. Das südamerikanische Land will seine Wirtschaft umstrukturieren, um nicht weiter hauptsächlich Rohstofflieferant mit der Abhängigkeit vom Erdöl zu sein.

Ecuador und China gründeten bei dem Staatsbesuch vergangene Woche eine "Integrale strategische Assoziation", was die höchste Form von Kooperation auf zwischenstaatlicher Ebene ausdrückt. Die Zusammenarbeit wird in vier Kommissionen in den prioritären Bereichen stattfinden. Vorgesehen ist auch ein ständiger Austausch der Außenminister zu bilateralen und internationalen Themen.

Für den ecuadorianischen Außenminister Guillaume Long sind der Besuch von Jinping und die bilateralen Abkommen ein "historisches Ereignis", wie er in einem Interview in der Sendung "Pensamiento Critico" (Kritisches Denken) äußerte. Für Ecuador sei China in den letzten 10 Jahren ein sehr wichtiger Partner, der dem Land geholfen habe, sich zu entwickeln. Er wies darauf hin, dass beim Handel sensible Produkte vor Konkurrenz aus China geschützt seien. Es gehe um eine ausgewogene Handelsbilanz.

Im Rahmen des Besuches von Jinping fand die Einweihung des Wasserkraftwerks Coca statt, das bisher größte gemeinsame Projekt. Damit wird Ecuador zum Exporteur von Energie, anstatt wie in früheren Jahren Energie zu importieren. Auch besuchte der chinesische Staatspräsident die Erdbebengebiete an der Küste. China hatte Soforthilfe geleistet und sagte jetzt die Finanzierung des Baus zweier Krankenhäuser zu. Correa bedankte sich für die Hilfe, die die umfangreichste sei, die Ecuador für die Behebung der Erdbebenschäden erhalten habe.

In internationalen politischen Belangen sicherte die chinesische Regierung Ecuador Unterstützung zu, vor allem in der "Gruppe der 77 plus China", deren Vorsitz Ecuador im Januar 2017 übernimmt.

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