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15.03.2017 Kuba / Soziales / Wirtschaft

Neue Bauernmärkte in Kubas Hauptstadt

Auf dem Markt "La Palma" in Havanna

Auf dem Markt "La Palma" in Havanna

Quelle: radioreloj.cu

Havanna. Rund acht Monate nach der Eröffnung der Bauernmärkte "Plaza Cerro" und "La Palma" wird die kubanische Regierung drei weitere Einrichtungen dieser Art in der Hauptstadt Havanna eröffnen. Die neuen Märkte verfügen gegenüber den bestehenden staatlichen "Agromercados" über ein breiteres Sortiment zu niedrigen Preisen und sind deutlich größer angelegt. Die Gesamtzahl der staatlichen Märkte in Havanna hat sich im Zuge der Einführung von Preisobergrenzen im vergangenen Jahr von 50 auf 150 verdreifacht. Gleichzeitig wurde die bisherige freie Vermarktung eingedämmt, um Spekulation und hohe Preise zurückzudrängen.

Der Ende Juli 2016 eröffnete Markt "Plaza Cerro" bietet ein Sortiment von 18 verschiedenen Frucht- und Gemüsesorten an. Laut einem Bericht der kubanischen Nachrichtenagentur ACN genießt der Markt bisher große Akzeptanz bei den Kunden. "Hier kostet das Pfund Zwiebeln lediglich 4,10 Pesos, während andernorts bis zu sechs Pesos verlangt werden", sagte ein Kunde gegenüber der Agentur. Derzeit sind vor allem Kartoffeln gefragt, die seit einigen Wochen geerntet und heute wieder ausschließlich über den Bezugsschein (Libreta) verkauft werden. Jede Familie erhält in dieser Saison ein Kontingent von rund fünf Kilogramm, die freie Vermarktung ist nicht vorgesehen. Das soll eine gerechtere Verteilung sicherstellen und Spekulation vermeiden.

Mit einer erweiterten Infrastruktur der staatlichen Märkte will die Regierung den Verkauf von Lebensmitteln besser in den Griff bekommen. Hierzu zählt auch die Schaffung neuer "integraler Märkte" wie in Plaza Cerro, die in den vergangenen Monaten im Stadtteil Arroyo Naranjo und im Municipio Marianao eröffnet wurde. In den kommenden Monaten sollen weitere in Centro Habana, Altstadt und Vedado hinzukommen.

Neben Obst und Gemüse bieten sie auch Konserven, Brot- und Brotaufstriche, Kekse, Fleisch und andere Produkte der heimischen Lebensmittelindustrie in nationaler Währung an, was sie von kleineren Bauernmärkten unterscheidet.

Wenige Wochen vor der Eröffnung von Plaza Cerro war der 2013 geschaffene Großmarkt "El Trigal" aufgrund schwerer Korruptionsvorwürfe gegen die Betreiberkooperative geschlossen worden. Inzwischen hat der Staat wieder Stück für Stück die Kontrolle über die Lebensmitteldistribution zurückgewonnen.

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