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Bolivien erwartet 2.500 Teilnehmer zum dritten "Völkergipfel"

Die Weltkonferenz der Völker zu Flucht und Migration findet am 20. und 21. Juni

Die Weltkonferenz der Völker zu Flucht und Migration findet am 20. und 21. Juni in Bolivien statt

Quelle: Prensa Latina

La Paz. Delegierte aus mehr als 40 Ländern werden voraussichtlich an der "Weltkonferenz der Völker" zum Thema Flüchtlinge und Migration in Bolivien teilnehmen. Das Treffen findet unter dem Motto "Für eine Welt ohne Mauern hin zur universellen Staatsbürgerschaft" statt. Ein weiteres Thema werde der "militärische Interventionismus der imperialistischen Mächte gegen die Völker, die für ihre Befreiung kämpfen" sein, so die Organisatoren.

Eingeladen sind Basisorganisationen und Experten aus aller Welt, die sich für die Rechte von Migranten und Flüchtlingen einsetzen. Die auch als "Völkergipfel" bezeichnete Veranstaltung findet am 20. und 21. Juni in Tiquipaya im Departement Cochabamba statt. 2.500 Delegierte werden erwartet, wie der Vizeminister für die Koordination mit den Sozialen Bewegungen, Alfredo Rada, kürzlich schätzt. Zudem hätten mehrere anerkannte Persönlichkeiten und ehemalige Staatschefs wie Fernando Lugo (Paraguay), José Luis Rodríguez Zapatero (Spanien) und der frühere Präsident von Kolumbien und Ex-Generalsekretär der Union südamerikanischer Nationen, Ernesto Samper, ihre Teilnahme zugesagt; ebenso der Präsident von El Salvador, Salvador Sánchez Cerén. Papst Franziskus schickt einen Gesandten.

Bolivien sei zum Zentrum dieser Art internationaler Treffen geworden, Delegationen aus Lateinamerika und der Karibik, Europa, Afrika und Asien kämen ins Land. Der "Völkergipfel" werde gemeinsam von den sozialen Bewegungen und der Regierung, Boliviens organisiert, beide arbeiteten in der Nationalen Koordination für die Veränderung (Conalcam) zusammen, führte Rada aus.

In dem Aufruf der Conalcam zur Konferenz heißt es, die Migration gehöre zur Menschheit. In der Geschichte seien immer wieder viele Menschen zur Auswanderung gezwungen gewesen. Heute führe die zunehmend militaristische Politik der Nato-Staaten zu Kriegen und humanitären Krisen in Ländern wie Irak, Libyen, Syrien, Afghanistan und Jemen, in deren Folge Tausende "vor dem Tod fliehen und im Meer umkommen bei ihrem Versuch, ihr Leben im Exil zu retten". Boliviens Präsident Evo Morales hatte im April bei der Ankündigung des Treffens erklärt, es sei "inakzeptabel, dass wir Mauern gegen Einwanderer haben, gegen Latinos und Flüchtlinge, aber keine Mauern gegen Militärinterventionen und die Plünderung unserer natürlichen Ressourcen".

Bis zum 19. Juni sind noch Anmeldungen zur Teilnahme über die Webseite http://www.mundosinmuros.gob.bo/es möglich, auch für diejenigen, die nicht anreisen können, sondern sich via Internet beteiligen möchten. Die Konferenz wird live im staatlichen bolivianischen TV-Kanal und im Netz unter www.boliviatv.bo übertragen.

Dieser Völkergipfel wird der dritte seiner Art in Bolivien sein, nach denen zum Klimawandel und zum Schutz der Mutter Erde, die in den Jahren 2010 und 2014 veranstaltet wurden.

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