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11.07.2017 Kolumbien / Politik / Umwelt

Gemeinden in Kolumbien stimmen gegen Bergbau

Gegner des Bergbaus in Pijao mobilisieren für die Abstimmung am vergangenen Sonntag

Gegner des Bergbaus in Pijao mobilisieren für die Abstimmung am vergangenen Sonntag

Quelle: twitter.com

Pijao/Arbeláez. Die beiden Gemeindebezirke Pijao im Departamento Quindío und Arbeláez im Departamento Cundinamarca in Kolumbien haben in einem Referendum am Sonntag gegen den Abbau von Erzen und Öl auf ihrem Territorium gestimmt. Damit sind es bereits fünf Gemeinden, die sich dieses Jahr in lokalen Referenden gegen Bergbautätigkeiten und Erdölförderung ausgesprochen haben.

In beiden Fällen stimmte eine große Mehrheit gegen den Bergbau: In Pijao wurden 2613 Stimmen dagegen und lediglich 26 dafür abgegeben, in Arbeález waren es 4312 dagegen und 38 dafür. "Wir haben auf diesen Moment mehr als neun Jahre gewartet. Die Stimmung hier ist voller Freude", sagte Mónica Flórez, eine der Initiatorinnen des Referendums in Pijao. Sie hatte vergangenes Jahr ein Urteil vor dem kolumbianischen Verfassungsgericht erstritten, nachdem das lokale Verwaltungsgericht in Pijao eine Abstimmung zur Position der Gemeinde zum Bergbau für ungültig erklärt hatte. Diesem widersprach das Verfassungsgericht und stellte klar, dass die Gemeinden das Recht haben, über die Nutzung ihres Bodens zu entscheiden, auch wenn dadurch der Bergbau verboten wird.

Seitdem haben in Cajamarca, Cabrera, Cumaral und nun auch in Pijao und Arbeláez Abstimmungen stattgefunden, in denen sich in jedem Fall eine deutliche Mehrheit der Bürger gegen bestehende oder geplante Bergbauprojekte ausgesprochen hat. Über 30 weitere Gemeinden bereiten derzeit ebenfalls Volksabstimmungen vor.

"Wir hoffen nur, dass die Regierung die Entscheidung dieser klar landwirtschaftlich geprägten Gemeinde akzeptiert", so Flórez weiter. In der Vergangenheit hatte die Regierung von Präsident Juan Manuel Santos, die wirtschaftlich stark auf den Bergbau setzt, die Ergebnisse der Abstimmungen wiederholt in Frage gestellt und deren juristische Gültigkeit trotz des Urteils des Verfassungsgerichtes angezweifelt.

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