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07.09.2017 Kolumbien / Menschenrechte

Justiz in Kolumbien bestätigt Menschenrechtsverletzung in Mapiripan

Gedenken an das Massaker von Mapiripan im Jahr 1997 bei einer Demonstration gegen Straflosigkeit in Kolumbien

Gedenken an das Massaker von Mapiripan im Jahr 1997 bei einer Demonstration gegen Straflosigkeit in Kolumbien

Bogotá. Nach zwei Jahrzehnten hat die Generalstaatsanwaltschaft Kolumbiens bestätigt, dass das Massaker von Mapiripan im Jahr 1997 ein Verbrechen gegen die Menschheit gewesen ist. Nachweislich begingen Paramilitärs systematische und gegen die Zivilbevölkerung gerichtete Gewalttaten. Dabei habe auch der Staat Beihilfe durch Unterlassung geleistet, indem die Kommunikation und Bewegungsfreiheit der Bevölkerung eingeschränkt wurde und das Militär sowie die Polizei das Gebiet währenddessen bewusst mieden, so die Behörde.

Diese Ergebnisse hat am Mittwoch die Abteilungsleitung für Menschenrechte der Staatsanwaltschaft präsentiert. In dem 27-seitigen Bericht bestätigt sie damit die bereits getroffene Einschätzung der Vorkommnisse durch das Verfassungsgericht. Gleichzeitig stützt der Bericht auch das Urteil des Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte vom 15. September 2005. Hier wurde dem kolumbianischen Staat Mitschuld an dem Verbrechen und der Tötung durch Unterlassung gegeben.

Der Bericht der Staatsanwaltschaft ist die Antwort auf ein Gesuch der Opfer von Mapiripan zur Aufklärung der Verbrechen während des Massakers vom 15. bis 20. Juli 1997. Die Taten wurden von rund 100 Mitgliedern einer paramilitärischen Gruppe aus Uraba unter Beihilfe der dortigen Polizei und des Militärs begangen und richtete sich gegen die Bevölkerung in Mapiripan. Dabei töteten und misshandelten die Paramilitärs mindestens 49 Menschen, wobei die konkrete Zahl der Opfer bis heute unklar ist. Hintergrund waren die damaligen Territorialkämpfe zwischen Paramilitärs und den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (Farc), da die Stadt die Grenze zwischen den jeweiligen Territorien beider Gruppen bildete.

Für die unterlassene Hilfeleistung seitens der Polizei und Armee wurden unter anderem die damaligen Generäle Jaime Humberto Uscategui und Hernan Orozco Castro verurteilt. Ersterer konnte bereits im Mai dieses Jahres das Gefängnis vorzeitig verlassen und nahm an der 20-Jahr-Gedenkfeier zu dem Massaker neben Präsident Manuel Santos teil.

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