DruckversionEinem Freund senden

Bauernverband in Kolumbien fordert Schutz von Menschenrechtsaktivisten

Am 16. Juli 2017 wurde der Aktivist Ezequiel Rangel in Kolumbien ermordet

Am 16. Juli 2017 wurde der Aktivist Ezequiel Rangel in Kolumbien ermordet aufgefunden

Quelle: Telesur/Ascamat

San José de Cúcuta. Angesichts der Ermordung des Aktivisten Ezequiel Rangel am 16. Juli in der Region Catatumbo im Nordosten von Kolumbien hat der Bauernverband Ascamcat von der Regierung und Präsident Juan Manuel Santos konkrete Maßnahmen und Garantien zum Schutz von Menschenrechtlern gefordert. Rangel war Mitglied des Verbandes und setzte sich für die Rechte von Bauern ein.

Der Verband und ihm nahestehende Organisationen seien in diesem Jahr konstant den Einschüchterungs- und Kriminialisierungsversuchen von Presse und Politik ausgesetzt gewesen, heißt es in einer Mitteilung Ascamcats. Darüber hinaus habe man Todesdrohungen von Paramilitärs wie der Bande Urabeños erhalten, so Ascamcat weiter. Der Bauernverband, der zur linksgerichteten Bewegung Marcha Patriótica gehört, bezeichnet die Vorkommnisse als "systematische Attacken". Er forderte die Regierung zugleich auf, die Vorfälle zu untersuchen und sofortige Maßnahmen zu ergreifen, die das Leben und Wohlergehen der Bauern garantierten.

Angriffe, die gegen das Leben und die Integrität von Menschenrechtlern gerichtet sind, haben in Kolumbien nach wie vor Systematik und dienen der Schwächung von sozialen Organisationen. Zu diesem Schluss kommt auch die Stiftung Frieden und Versöhnung (Paz y Reconciliación) in ihrem zweiten Bericht zu den Fortschritten der Umsetzung des Friedensabkommens zwischen den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (Farc) und der kolumbianischen Regierung. Prozesse der Wahrheitsfindung, sprich die Aufklärung von Greueltaten, Landrückgabeprozesse und der Umweltschutz würden auf diese Weise torpediert und die politische Partizipation der Aktivisten entsprechend eingeschränkt, heißt es in dem Bericht (Seite 58).

Zwischen dem 1. Januar 2016 und dem 5. Juli 2017 zählte die das Büro des Menschenrechtsbeauftragten, die Defensoría del Pueblo, 186 ermordete Aktivisten. Mit Ezequiel Rangel sind es allein in diesem Jahr nun schon 53 Morde.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr

Was Sie auch interessieren könnte ...