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Wieder zwei Farc-Mitglieder in Kolumbien ermordet, Drohungen von Paramilitärs

Die neu gegründete Partei FARC sieht sich zu Beginn des Wahljahres Gewalt und Drohungen durch Paramilitärs ausgesetzt

Die neu gegründete Partei FARC sieht sich zu Beginn des Wahljahres Gewalt und Drohungen durch Paramilitärs ausgesetzt

Bogotá. Die in Kolumbien neu gegründete Partei Alternative Revolutionäre Kraft des Volkes (Fuerza Alternativa Revolucionaria del Común, Farc) hat zwei weitere Morde ihrer Mitglieder beklagt. Auch sei es zu konkreten Drohungen durch die paramilitärische Gaitán-Selbstverteidigungsgruppen (Las Autodefensas Gaitanistas de Colombia, AGC) gekommen. In Peque, Antioquia, wurden die Parteimitglieder Wilmar Asprillo und Ángel de Jesús Móntoya Ibarra tot aufgefunden. Außerdem gab es Drohungen vonseiten der AGC gegen eine Parteizentrale der Farc in Cali sowie verschiedene Gruppen sozialer Organisationen.

Die beiden getöteten Farc-Mitglieder seien "permanenter Verfolgung durch bewaffnete Kräfte" ausgesetzt gewesen, die wiederum daran interessiert seien, die Umsetzung des Friedensprozesses zu behindern und Angst zu verbreiten.

Die Farc beklagt mittlerweile bereits 30 getötete Mitglieder seit dem Friedensschluss, so Sprecher der Partei. Nun habe sie die Generalstaatsanwaltschaft gebeten, zur Aufklärung des Falles beizutragen und außerdem an die Regierung appelliert, den vereinbarten Schutz ihrer Mitglieder zu garantieren. Auch die Wahrheitskommission der UNO drückte ihre Bestürzung über die abermaligen Morde aus und zeigte sich besorgt wegen des bevorstehenden Wahlkampfes für die Präsidentschaftswahlen in diesem Jahr.

In einer Stellungnahme durch die AGC wurden außerdem weitere Drohungen gegen die Farc ausgesprochen, im konkreten Fall gegen einen Sitz der Partei in Cali. Über den Kurznachrichtendienst Twitter erklärten sie, von nun an "kriminelle Aktivitäten" wieder verstärkt aufnehmen zu wollen. Drohungen der Paramilitärs richten sich auch unter anderem gegen das Bündnis der Arbeiter der Provinzen Valle und Cauca, gegen die Bewegung der Opfer von Staatsgewalt (Movice) und die kommunistische Partei. Das Programm Somos Defensores hat für das vergangene Jahr insgesamt 193 Personen aus Menschenrechtsgruppen und anderen sozialen Bewegungen als Opfer von Gewalt gezählt.

Erst zu Beginn dieser Woche hatte sich der Generalsekretär der UNO, António Guterres, bei einem Besuch in Kolumbien mit Mitgliedern der Farc in der Provinz Meta getroffen. Dabei erklärte er, die Umsetzung des geschlossenen Friedens sei "nicht einfach", denn alle wissen um die "Schwierigkeiten und Hindernisse" bei der Umsetzung. Er ermahnte auch die Regierung und die Vertreter der Guerilla-Organisation ELN, die Gespräche in den Friedensverhandlungen wieder aufzunehmen. Vergangene Woche hatte Präsident Santos die Regierungsdelegation kurz vor Beginn einer weiteren Verhandlungsrunde in Quito wegen neuer Anschläge in Kolumbien zurückbeordert.

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