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Tödlicher Frieden: Gewalt gegen Aktivisten und Opposition in Kolumbien nimmt massiv zu

UN-Generalsekretär Antonio Guterres (li.) und der Präsident von Kolumbien, Juan Manuel Santos, Mitte Januar in Bogotá

UN-Generalsekretär Antonio Guterres (li.) und der Präsident von Kolumbien, Juan Manuel Santos, Mitte Januar in Bogotá

Bogotá. Während die allgemeine Gewalt in Kolumbien weiter abnimmt, bleibt der Einsatz für Menschenrechte auch 2017 und 2018 lebensgefährlich. Gemäß Angaben der Vereinten Nationen wurden im vergangenen Jahr 105 Aktivistinnen und Aktivisten für Menschenrechte ermordet. UNO-Generalsekretär Antonio Guterres zeigte sich vor dem UNO-Sicherheitsrat über diese Entwicklung besorgt. Die kolumbianische Menschenrechtsorganisation INDEPAZ geht indes sogar von mindestens 170 ermordeten Menschenrechtsverteidigern und sozialen Führungspersonen im Jahr 2017 aus. Die Zunahme an Morden geht vor allem von zwei Konflikten aus: Disputen um den Zugang und Besitz von Land einerseits, inklusive Landrückforderungen, und andererseits Auseinandersetzungen um den Abbau von Rohstoffen. Dabei geht es auch um illegalen Bergbau und den Anbau von Koka.

Auch 2018 nimmt die Bedrohung nicht ab. So wurden zum Beispiel gegen Führungspersonen der Friedensgemeinde von San José de Apartadó bereits mehrere Anschläge verübt. Zudem wird die Gemeinde weiterhin stark von Paramilitärs bedrängt, während die vor Ort stationierten Armeeeinheiten sich vor allem auf die Beobachtung beschränken. Die Friedensgemeinde lehnt es seit Jahren ab, sich auf die Seite einer der Konfliktparteien zu stellen.

Auch im Januar 2018 wurden drei weitere ehemalige Mitglieder der FARC ermordet. Damit wurden seit dem Beginn der Umsetzung des Friedensvertrags mindestens 33 ehemalige FARC-KämpferInnen und mindestens zwölf Familienangehörige umgebracht. Die FARC sprechen von 36 ehemaligen Kämpferinnen und Kämpfern sowie 13 getöteten Angehörigen.

123 Mitglieder der neuen politischen Partei FARC kommen bereits in den Genuss von Maßnahmen durch die Nationale Schutzeinheit UNP, nachdem Todesdrohungen gegen sie ausgesprochen wurden.

Die beiden unlängst im Departement Antioquia ermordeten FARC-Mitglieder waren auf Wahlkampftour. Laut verschiedenen Quellen sollen paramilitärische Gruppierungen, allen voran der "Clan del Golfo" hinter einer Mehrheit der Morde stecken. UNO-Generalsekretär Antonio Guterres verurteilte bei einem Besuch in einem Wiedereingliederungslager der FARC im Departement Meta die politisch motivierten Morde.

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