Brasilien: Indigener Führer und Umweltaktivist ermordet

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Das Gelände des norwegischen Aluminiumherstellers Hydro Alunorte in Barcarena
Das Gelände des norwegischen Aluminiumherstellers Hydro Alunorte in Barcarena

Brasília. Der Umweltaktivist und einer der Leiter der Vereinigung der Caboclos, Indigenen und Quilombolas (Cainquiama), Paulo Sérgio Almeida Nascimento, ist am 12. März ermordet worden. Das Attentat geschah in seinem Haus in der Amazonasregion Bacarena, Bundesstaat Pará. Der indigene Führer, der seit Jahren gegen Umweltverbrechen kämpfte, war für das Bekanntwerden der Wasserverseuchung in der Region durch Auslaufen von Giftmüll des norwegischen Aluminiumherstellers Hydro Alunorte im Februar dieses Jahres mitverantwortlich. Brasiliens Umweltbehörde hatte daraufhin eine Strafzahlung von fünf Millionen Euro gegen die Firma verhängt.

Dem Sekretariat für öffentliche Sicherheit (Segup) zufolge wurde eine Untersuchung eingeleitet, um Vorwürfen von Drohungen gegen Almeida Nascimento nachzugehen, die möglicherweise in Verbindung mit seinem Tod stehen.

Der Rechtsanwalt der Cainquiama, Ismael Moraes, hatte bereits vor dem Mord Anzeige erstattet, da Polizeibeamte, die auch für die Sicherheit der Hydro Alunorte zuständig sind, in einen Sitz der Vereinigung eingebrochen seien. Moraes zufolge wurden Almeida Nascimento und andere Vertreter der Cainquiama von Polizisten bedroht. Er habe bei Segup Schutz für ihre Mitglieder beantragt. Staatsanwalt Armando Brasil bestätigte dies. Der ehemalige Staatssekretär für öffentliche Sicherheit habe Sicherheitsmaßnahmen jedoch mit der Begründung abgelehnt, dass "gegen den Verband eine Untersuchung laufe".

Die Cainquiama macht auch den Gouverneur des Bundesstaates Pará, Simão Jatene, verantwortlich, dass die Vereinigung keinen Schutz erhalten hat.

Die Staatsanwaltschaft teilte indes mit, dass sie das Ergebnis der Untersuchung zu den Umständen des Todes von Almeida Nascimento abwarte und wenn polizeiliche Ermittlungen die Beteiligung von Militärpolizisten an dem Verbrechen beweisen, diese vor ein Militärgericht gestellt würden.

Das Bergbauunternehmen Hydro Alunorte erklärte nach dem Mord, dass "es jede Handlung dieser Art verurteilt und jede Verbindung zwischen seinen Aktivitäten und Aktionen gegen Einwohner und Gemeinden der Region Barcarena zurückweist."

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