Umweltorganisation Rema in Mexiko begeht zehnjähriges Jubiläum

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Rema setzt sich in Mexiko für "Territorien frei von Bergbau" ein
Rema setzt sich in Mexiko für "Territorien frei von Bergbau" ein

Mexiko. Zehn Jahre nach der Gründung der Umweltorganisation "Netzwerk der vom Bergbau Betroffenen" (Rema ) in Mexiko sind insgesamt 2.000 Gemeinden im ganzen Land von Bergbauprojekten befreit worden.

Die 2008 gegründete Organisation hat nach eigenen Angaben eine "nationale Front gegen das extraktive Bergbau-Modell aufgebaut" und ist in 15 der 32 mexikanischen Bundesstaaten präsent. Vor Ort arbeiten Rema-Mitglieder direkt mit den Gemeinden, lokalen Nichtregierungsorganisationen, Akademikern, Rechtsanwälten und Journalisten zusammen. "Wir haben eine gemeinsame Agenda und eine gemeinsame Arbeitsmethode mit denen wir vorankommen, um unser Ziel zu erreichen und zwar ein kategorisches 'Nein' zum Bergbau", heißt es in ihrem Kommuniqué zum zehnjährigen Jubiläum.

Rema prangert die oft nur vorgetäuschten Befragungen zur Genehmigung von Bergbauprojekten in den Gemeinden an. Die Regierung wolle so "die Zustimmung der Gemeinden für Bergbauprojekte unter Dach und Fach bringen, dagegen kämpfen wir".

Laut der ILO-Konvention 169 müssen die indigenen Gemeinden vorab befragt werden, ob sie mit Bergbau-, Wasserwerk- und Windprojekten in ihren Territorien einverstanden sind. Die Unternehmen sind verpflichtet, alle Nachteile und Vorteile eines Projekts offen zu legen. Die Befragung soll ohne Druck, ohne Drohungen und ohne Einschüchterungen stattfinden. In der Praxis würden diese Vorschriften jedoch nicht eingehalten.

Rema lehnt auch die sogenannten Geschäftsrichtlinien von Unternehmen ab: Unter dem Deckmantel eines "nachhaltigen" Bergbaus wollten nationale und internationale Unternehmen die Umweltschäden, die durch ihre Projekte verursacht werden, kleinreden oder gar verstecken. Weitere Kritik der Umweltorganisation richtet sich an die Ombudsstellen der Regierungen, die bewusst falsche Spielräume für Konfliktlösungen innerhalb der Gemeinden offerierten. Deren wahre Absicht sei, die Gemeinden zu manipulieren und zu spalten.

Bei dem landesweiten Treffen von "Völker frei von Bergbau" im mexikanischen Bundesstaat Chiapas sprach Claudia Gómez Godoy, Anwältin von Rema, über die negativen Folgen, welche die vom damaligen Präsident Carlos Salinas de Gortari durchgesetzte Verfassungsänderung im Jahr 1992 verursacht hat. Durch das neue Agrargesetz ist die Besitzform des Kollektiven verloren gegangen, die bis dahin typisch für die indigenen Gemeinden war. Die Zulassung von großem Privatbesitz habe dazu geführt, dass es seit 1992 vorwiegend einzelne Landbesitzer innerhalb der Gemeinden gibt. Für Gómez Godoy sind angesichts dieser Lage für die indigenen Völker Widerstand, Zusammenhalt und Selbstorganisation die einzigen Möglichkeiten, ihre Territorien vor dem Bergbau zu bewahren.

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