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Brasilien: Frauen mobilisieren gegen Jair Bolsonaro

Die Facebook-Gruppe "Frauen gemeinsam gegen Bolsonaro" (Mulheres Unidas Contra Bolsonaro) mobilisiert gegen den rechten Kandidaten

Die Facebook-Gruppe "Frauen gemeinsam gegen Bolsonaro" (Mulheres Unidas Contra Bolsonaro) mobilisiert gegen den rechten Kandidaten

Brasília. Frauen in Brasilien zeigen Flagge gegen den rechtsgerichteten Präsidentschaftskandidaten Jair Bolsonaro. Nachdem die Facebook-Gruppe "Frauen gemeinsam gegen Bolsonaro" (Mulheres Unidas Contra Bolsonaro), mit über zwei Millionen weiblichen Mitgliedern durch eine Cyberattacke gehackt und in "Frauen mit Bolsonaro" verfälscht worden war, ist die Gruppe noch bekannter geworden.

Im Land hat sich eine weibliche Protestbewegung gegen Bolsonaro formiert. Auch prominente Schauspielerinnen, Fernsehmoderatorinnen und Journalistinnen äußern sich unter dem Hashtag #EleNão (#ErNicht) über die unüberbrückbaren Unterschiede in moralischen Fragen, zu dem offen frauenverachtenden und homophob auftretenden Rechtsextremen von der Sozialliberalen Partei. Bei Meinungsumfragen führt Bolsonaro inzwischen mit Zustimmungswerten um die 24 Prozent.

Nach einer Messerattacke bei einem Wahlkampfauftritt liegt der umstrittene Kandidat in São Paulo im Krankenhaus. Der Politiker war 2015 wegen Beleidigung gerichtlich zu einer Schmerzensgeldzahlung verurteilt worden, nachdem er 2014 die linksgerichtete Abgeordnete Maria do Rosário von der Arbeiterpartei PT mit den Worten beschimpft hatte, sie verdiene es nicht, vergewaltigt zu werden.

53 Prozent der brasilianischen Bevölkerung sind weiblich. Die Oppositionsbewegung gegen Bolsonaro wächst stetig. Auch die Präsidentschaftskandidatin Marina da Silva vom Netzwerk Nachhaltigkeit äußerte sich über die Cyberattacke auf die mächtige Facebookgruppe "Frauen gemeinsam gegen Bolsonaro", die wieder online ist: "Meine Solidarität gilt dieser Gruppe. Ich hoffe, dass dieser feige Akt aufgeklärt und bestraft wird".

Zuletzt war eine Administratorin der Facebook-Gruppe in einer Mitteilung über den Instant-Messaging-Dienst WhatsApp aufgefordert worden, sie zu schließen. Der Absender schickte als Drohung seine Informationen über die persönlichen Daten der Administratorin mit, wie ihre Ausweisnummer und den Namen ihrer Mutter.

Die Präsidentschaftswahlen in Brasilien finden am 7. Oktober statt.

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