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Neues Joint Venture soll 70 Prozent des Bedarfs an Glasflaschen auf Kuba decken

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So soll die Sonderwirtschaftszone Mariel zukünftig aussehen. Das kubanisch-italienische Joint Venture Vidrios Mariel S.A. soll dort in zwei Jahren mit der Produktion beginnen
So soll die Sonderwirtschaftszone Mariel zukünftig aussehen. Das kubanisch-italienische Joint Venture Vidrios Mariel S.A. soll dort in zwei Jahren mit der Produktion beginnen

Havanna. Das kubanisch-italienische Joint Venture Vidrios Mariel S.A. hat grünes Licht zur Errichtung einer Glasfabrik in der Sonderwirtschaftszone von Mariel (ZEDM) bekommen. Die neue Anlage könnte nach ihrer Fertigstellung bis zu 70 Prozent des landesweiten Bedarfs an Glasflaschen für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie des Landes produzieren.

Die Fabrik, die mit einer Investitionssumme von 90 Millionen Euro errichtet werden soll, könnte damit künftig einen entscheidenden Beitrag für die Glasproduktion auf Kuba liefern. Bisher müssen Glasverpackungen für Getränke, Konserven und andere Lebensmittel auf der Insel häufig importiert werden, was die Devisenbilanz des Landes stark belastet. Wenn die Produktionsstätte in zwei Jahren ihren Betrieb aufnimmt, könnte ein Großteil des Bedarfs in der 2014 eröffneten Sonderwirtschaftszone westlich von Havanna produziert werden.

Das Joint Venture zwischen der italienischen Nelson Servizis.r.l und der kubanischen Kapitalgesellschaft Quimi SA hat zunächst eine Betriebserlaubnis für 20 Jahre. Quimi SA gehört zur staatlichen Unternehmensgruppe der kubanischen Chemieindustrie und fungiert bereits als Partner für vier andere Joint Ventures. Die neue Glasproduktion soll neben der Belieferung der kubanischen Industrie und des staatlichen Großhandels auch für den Export bestimmt sein.

Erst kürzlich hatten Kuba und die Sozialistische Republik Vietnam die Errichtung einer Fabrik für Waschmittel und Seifen ebenfalls in der Sonderwirtschaftszone von Mariel vereinbart. Das neu gegründete Unternehmen namens Suchel TBV S.A. könnte bis zu 90 Prozent der entsprechenden Importe des Landes künftig überflüssig machen.

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