Gericht in Chile bestätigt Schließung des größten binationalen Bergbauprojekts

122239637_aca8330e38_z.jpg

Das Bergbauprojekt Pascua Lama wurde nach jahrelangem Widerstand von einem Gericht nun gestoppt
Das Bergbauprojekt Pascua Lama wurde nach jahrelangem Widerstand von einem Gericht nun gestoppt

Antofagasta. Das oberste Umweltgericht Chiles hat am 12. Oktober die endgültige Beendigung des Bergbauprojekts Pascua Lama des kanadischen Bergbaukonzerns Barrick Gold in der Grenzregion zwischen Chile und Argentinien angeordnet. Es stand seit fast zwanzig Jahren wegen zahlreicher Umweltverstöße im Visier der Öffentlichkeit und sollte einmal die größte Goldgrube der Welt und das erste binationale Projekt dieser Art werden. Nun bestätige das Gericht ein Urteil von Beginn des Jahres, es wegen Umweltverstößen endgültig zu beenden.

Die ersten Sondierungen für das Projekt wurden schon 1977 in der chilenischen Region Atacama und bis Ende der 1990er Jahre dann auch auf argentinischem Boden durchgeführt. Als bekannt wurde, dass es sich um eines der größten Goldvorkommen der Welt handelt, schlossen die beiden Staaten ein grenzüberschreitendes Abkommen, welches das Gebiet weitgehend zu einem rechtsfreien Raum machte. Der Konzern hatte geplant, die Mine bis 2014 zum Laufen zu bringen und neben Gold dort auch Silber und Kupfer abzubauen.

Das binationale Abkommen konnte das Unternehmen Compañía Minera Nevada SpA, ein Subunternehmen von Barrick Gold, in den folgenden Jahren allerdings nicht vor dem massiven Widerstand der lokalen Bevölkerung, indigener Gruppen und Umweltschützer bewahren. Von Beginn an äußerten sich Anwohner und Umweltschutzorganisationen besorgt über die mögliche Zerstörung mehrerer Gletscher und die Verschmutzung der wichtigsten Wasserquellen. Die ersten Befürchtungen bestätigten sich und seit 2013 stand die Mine wegen insgesamt 33 Umweltverstößen still.

Die schweren Schäden und die daraus resultierenden Folgen für die Bevölkerung und die Landwirtschaft haben die chilenische Umweltbehörde dazu veranlasst, wiederholt Sanktionen gegen das Projekt zu verhängen. Anfang dieses Jahres beschloss die Behörde dann die endgültige Schließung der Mine und verurteilte den Konzern zu einer Geldstrafe von 11,5 Millionen US-Dollar. Dies wurde nun auch vom obersten Umweltgericht in Antofagasta bestätigt. Ausschlaggebend für die Entscheidung war der Verstoß gegen die bestehende Regulierung bezüglich drei der Gletscher, die sich auf dem Abbaugebiet befinden. Trotz langjähriger Kontroversen und mehreren Sanktionen hatte das Unternehmen nicht die notwendigen Maßnahmen für deren Erhalt ergriffen.

Für die Gegner von Pascua Lama bedeutet dieses Urteil einen wichtigen Sieg der betroffenen Bevölkerung sowie der Umweltorganisationen, die jahrelang gegen das Bergbauprojekt gekämpft hatten. Die Umweltstiftung Terram spricht etwa von einem historischen Moment im Kampf gegen die Umweltzerstörung durch transnationale Unternehmen. Auf ihrer Website bedauert sie die entstandenen irreversiblen Schäden und bezeichnet die Entscheidung als großen Schritt hin zu einer besseren Umweltregulierung Chiles, insbesondere was die Anerkennung und den Schutz der Gletscher als wichtige natürliche Wasserspeicher betrifft.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr