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Brasilien plant Umzug der Botschaft in Israel nach Jerusalem

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Brasiliens gewählter Präsident Jair Messias Bolsonaro will trotz erster diplomatischer Spannungen die Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen
Brasiliens gewählter Präsident Jair Messias Bolsonaro will trotz erster diplomatischer Spannungen die Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen

Rio de Janeiro. Der gewählte Präsident Brasiliens, Jair Messias Bolsonaro, hat eine Ankündigung aus dem Wahlkampf wiederholt, dem Beispiel der USA folgen zu wollen und die brasilianische Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen. Nach ersten daraus resultiernden diplomatischen Spannungen erklärte Bolsonaro nun, er wolle die Entscheidung für einen Umzug möglichweise überdenken.

Die Regierung Ägyptens hatte kurzfristig den geplanten Besuch des brasilianischen Außenministers Aloysio Nunes auf unbestimmte Zeit verschoben. Der Schritt könne als Distanzierung Ägyptens in Bezug auf Bolsonaros Jerusalem-Entscheidung gesehen werden, meldete die Nachrichtenagentur Reuters.

Vergangene Woche hatte der designierte Präsident jedoch die Absicht über den Kurznachrichtendienst Twitter noch einmal wiederholt: "Wie wir schon in unserer Kampagne gesagt haben, beabsichtigen wir, die Botschaft Brasiliens von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen. Israel ist ein souveräner Staat. Wir werden dies gebührend respektieren."

Bolsonaro hatte im Jahr 2016 Israel besucht und sich von einem evangelischen Pastor in den Gewässern des Jordans taufen lassen. Der Prediger und politische Führer der Sozialchristlichen Partei (PSC), Everaldo Dias Pereira, verlieh Bolsonaro, der formal katholisch ist, damals die Bezeichnung "Messias". Seitdem unterhielt der ultraechte Politiker besonders gute Beziehungen mit Israel.

Sein Verhältnis zum Nahost-Konflikt und zu Palästina ist schon länger relativ deutlich. Während der Wahlkampagne identifizierte er in verschiedenen Interviews die politischen Repräsentanten des palästinensischen Volkes mit dem Terrorismus. Es sei nicht angebracht, das Palästina eine Botschaft in Brasília unterhalte. Denn sonst würde die Frac-Guerilla in Kolumbien womöglich auch so eine Repräsentation verlangen, sagte Bolsonaro.

Bisher waren weltweit nur Guatemala und Paraguay dem Beispiel der USA gefolgt, die Botschaft nach Jerusalem zu verlegen. Paraguay hatte die Entscheidung aber nach kurzer Zeit wieder revidiert.

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