Kuba

Neue Studie zu "Schall-Angriffen" in US-Botschaft auf Kuba

Havanna/Washington. Eine neue Studie der Universität von Pennsylvania, die an ehemaligen Botschaftsmitarbeitern der US-Vertretung in Havanna durchgeführt wurde, soll eine Veränderung ihrer Gehirnströme festgestellt haben, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet. 2016 zogen die USA zahlreiche ihrer Botschaftsmitarbeiter in Havanna ab, die über Symptome wie Kopfschmerzen, Taubheit und Schwindelgefühl klagten. Was jedoch der Grund für die Veränderungen ist und ob diese überhaupt mit den Symptomen zu tun haben, ist dabei aber weiterhin unklar.

In Folge der Vorfälle warfen die USA den Kubanern einen gezielten Angriff auf ihr Botschaftspersonal vor, was unter der Trump-Administration neben anderen Gründen als Vorwand für eine Verschärfung der Politik gegenüber dem sozialistischen Staat genutzt wurde. Bis 2017 wurden die meisten Botschaftsmitarbeiter in Havanna abgezogen. Kuba hat direkt nach der Aufdeckung der Vorfälle eine gemeinsame Untersuchung unter Mitarbeit von US-Spezialisten angeboten.

Bisherige Untersuchungen des Vorfalls, die von verschiedenen Stellen betrieben wurden, konnten jedoch keine Ursache für die mysteriösen "Schall-Angriffe" verwenden. Die Spekulationen reichen von lauten Zikaden bis zu einer speziellen Ultraschallwaffe. "Veränderungen im Gehirn sind noch kein Beleg für eventuelle Hirnschäden oder Verletzungen", erklärte der schottische Neurologe Dr. Jon Stone gegenüber Reuters. Wie andere Experten zu bedenken gaben, erlitten zwölf der untersuchten Botschaftsmitarbeiter bereits vor ihrem Dienst auf Kuba eine Gehirnerschütterung, anders als sämtliche Teilnehmer der Kontrollgruppe.

Wie eine Sprecherin des kubanischen Außenministeriums am Dienstag in einem Statement erklärte, sei auch nach über zweijähriger Untersuchung keine Einzelursache für die Beeinträchtigungen ausgemacht worden. "Kuba fordert die US-Regierung auf, die Manipulierung dieses Falls nicht weiter als Vorwand für neue aggressive Maßnahmen gegen die Integrität unseres Landes, unserer Wirtschaft und unseres Volks zu verwenden", heißt es darin. Zuletzt wurde die US-Wirtschaftsblockade gegen Kuba im Mai dieses Jahres erneut verschärft.

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