Übereinkommen im Bergbaukonflikt Las Bambas in Peru

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Um das Kupferbergwerk Las Bambas in Peru gibt es seit Jahren immer wieder heftige Auseinandersetzungen
Um das Kupferbergwerk Las Bambas in Peru gibt es seit Jahren immer wieder heftige Auseinandersetzungen

Lima. Nach über zwei Monaten Blockade scheint eine Lösung für den Bergbaukonflikt um Las Bambas in der südperuanischen Region Apurímac gefunden: Ab Montag, soll die Gemeinde Fuerabamba die Blockade der Kupfermine Las Bambas gegen Zugeständnisse durch das Unternehmen MMG aufheben. Der Deal ist Ergebnis eines Treffens am vergangenen Samstag zwischen dem Vorstand der Gemeinde, Gregorio Rojas, Perus Premierminister Salvador del Solar und Vertretern des australisch-chinesisches Bergbauunternehmens MMG Las Bambas in Lima.

Seit Anfang Februar hielt die Gemeinde in der Region Apurímac die Zufahrtsstraßen zur Mine versperrt. Die von Vieh- und Weidewirtschaft lebende Gemeindemitglieder forderten die Einhaltung von Abkommen und eine gerechte Beteiligung an den Gewinnen. Das Unternehmen MMG, das im Besitz von China Minmetals ist, hatte die Bewohnerinnen und Bewohner Fuerabambas zwischen 2012 und 2014 umsiedeln lassen, um den Zugang zu Las Bambas zu sichern. Durch die Blockade der Zufahrtsstraße drohte dem MMG nun die Einstellung der Erzförderung – schon letzte Woche musste die Menge stark reduziert werden. Normalerweise fördert die größte Kupfermine des Landes um die 400.000 Tonnen Kupfer pro Jahr.

"Die Zugänge zum Abbauort werden von den Gemeindemitgliedern von Fuerabamba nicht mehr blockiert", heißt es nun im Protokoll der Sitzung. Das Bergbauunternehmen Las Bambas und die Gemeinde Fuerabamba hätten "eine für beide Seiten zufriedenstellende finanzielle Vereinbarung getroffen",  eine konkrete Summe wird nicht genannt. Auch sollen Versprechen über Arbeitsplätze, die in den vergangenen Jahren nicht gehalten worden waren, nun eingelöst werden. In dem Dokument macht auch die Regierung Zugeständnisse: Sie verpflichtet sich, die Entwicklung in den Gemeinden um Las Bambas zu unterstützen und eine Kommission in die Provinz zu schicken. Die Minister für Transport, Entwicklung und soziale Inklusion und Gesundheit sollen noch nächste Woche in die Region reisen.

Fuerabambas Gemeindevorstand Rojas lobte das Abkommen, als es am späten Samstag vorgelesen und an die Journalisten verteilt wurde, und nannte es "einen entschiedenen Schritt in Richtung Aufbau unseres Landes mit den richtigen Bedingungen". Er forderte zudem mehr Präsenz des Staats in abgelegenen Regionen, die nicht vom Bergbau profitieren.

Noch ist allerdings nichts entschieden: Repräsentanten anderer Gemeinden des Distriktes Challhuahuacho, die ebenfalls am Runden Tisch teilnahmen, wollen erst noch mitteilen, ob sie die Blockade aufheben. Auch in Fuerabamba will man zunächst die Rückkehr der Repräsentanten abwarten. Jorge Paredes Terry, der politische Berater der Gemeinden, hält das Abkommen für "einen Fehler" und erinnerte daran, dass neben Fuerabamba über 50 Gemeinden von dem Konflikt betroffen sind. Ein weiterer Streitpunkt dürfte die Verhaftung der juristischen Berater der Gemeinden, Frank und Jorge Chávez Sotelo, sein. Sie sitzen bis zu 36 Monate in Untersuchungshaft, weil ihnen Erpressung des Bergbauunternehmens vorgeworfen wird. In dem Abkommen vom Samstag werden sie nicht erwähnt, obwohl die Protestierenden immer wieder auch ihre Freilassung einfordern.

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