Mexiko / Umwelt

Massive Waldbrände verursachen Umweltnotstand in Mexiko

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Wie hier im Bundestaat Oaxaca muss in weiten Teilen Mexikos gegen Waldbrände vorgegangen werden
Wie hier im Bundestaat Oaxaca muss in weiten Teilen Mexikos gegen Waldbrände vorgegangen werden

Mexiko-Stadt. Eine Kombination aus Hitze, Trockenheit und Waldbränden hat vergangene Woche in Mexiko zu einer katastrophalen Luftverschmutzung geführt, unter der die Bewohner mehrerer Bundesstaaten des Landes zu leiden hatten. Davon war auch die Hauptstadt Mexiko betroffen. Für ganze sechs Tage waren die Schadstoffwerte in der Hauptstadt so hoch, dass die Behörden einen Umweltnotstand ausriefen. Die größte Verschmutzung ging von Feinstaubpartikeln aus, die durch Waldbrände in der Umgebung der Megalopolis verursacht wurden.

Viele Kommentatoren kritisierten die späte und zögerliche Kommunikation der Hauptstadtverwaltung unter der neuen Stadtpräsidentin Claudia Sheinbaum von der Linkspartei Morena. Der Umweltnotstand offenbarte auch fehlende Protokolle zum Umgang mit dieser atmosphärischen Situation, die keineswegs neu ist. Aber auch die Lokalregierungen der umliegenden Bundesstaaten des mexikanischen Hochplateaus reagierten einzig mit der Schließung von Schulen und der Empfehlung, anstrengende Aktivitäten im Freien zu unterlassen.

Greenpeace Mexiko und andere Organisationen forderten von der mexikanischen Zentralregierung die Aktivierung des Katastrophenplans D-III des Militärs zur Bekämpfung der Waldbrände, von denen die südlichen Bundesstaaten Oaxaca, Chiapas und Guerrero am meisten betroffen sind. Allein in der vergangenen Woche brannten in Oaxaca 21.409 Hektar, der größte Teil davon im Chimalapas-Regenwald. Dieser ist, wie der Großteil Mesoamerikas, von einer anhaltenden Dürreperiode betroffen. David León Romero, Direktor der Zivilschutzbehörde, bestritt die Notwendigkeit eines solchen Katastropheneinsatzes, da die Gesamtfläche der Waldbrände dieses Jahres (152.000 Hektaren) diejenige des Vorjahres (210.000) bisher nicht übersteige. Dem gegenüber kritisieren Vertreter von indigenen Gemeinden, dass Freiwilligenbrigaden die Waldbrände in ihren Territorien oft tagelang mit rudimentären Mitteln bekämpfen müssen, da die staatlichen Mittel für den Waldschutz von der neuen Regierung weiter gekürzt wurden.

Die atmosphärische Verschmutzung in und um die Hauptstadt hat sich durch starke Regenfälle in den letzten Tagen vorläufig wieder entspannt. Am vergangenen Wochenende konnten die Behörden Entwarnung geben und der Schulbetrieb normalisierte sich in dieser Woche wieder. Doch die Diskussion über die Ursachen der gefährlich schlechten Luftqualität und die notwendigen Schritte zur Verhinderung einer nächsten Krise ist voll im Gang. Die Weltgesundheitsorganisation WHO gab bekannt, dass allein 2017 aufgrund der Luftverschmutzung 14.288 Menschen in 20 Städten Mexikos vorzeitig starben.

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