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Venezuela: Humanitäre Hilfsorganisationen von US-Sanktionen betroffen

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In Venezuela sind die Auswirkungen der jüngsten Verschärfung der Sanktionen durch die USA bereits zu spüren
In Venezuela sind die Auswirkungen der jüngsten Verschärfung der Sanktionen durch die USA bereits zu spüren

Caracas/Washington/Peking. Die Verschärfung der US-Sanktionen gegen Venezuela haben laut Medienberichten erste ernstzunehmende Auswirkungen auf die Arbeit von Hilfsorganisationen in dem südamerikanischen Land. Wie das Wall Street Journal (WSJ) berichtet, hätten die ersten Banken in den USA Konten von in Venezuela tätigen Organisationen gesperrt, um im Zuge "vorsorglicher Maßnahmen" die Bedingungen der verhängten Sanktionen einhalten zu können und Strafen zu entgehen.

Damit halten sich die Banken vor allem an selbst auferlegte Compliance-Regeln. Die Vereinten Nationen äußerten sich bereits besorgt, da dies die humanitäre Lage vor Ort weiter verschlechtern werde. Das US-Finanzministerium soll nach eigenen Angaben jedoch nach Wegen suchen, um diese Regeln für die Fälle venezolanischer Hilfsorganisationen und damit die Versorgung von Lebensmitteln und medizinischen Gütern auszusetzen.

Insbesondere kleinere Organisationen sollen von den Kontensperrungen betroffen sein. Carlos Trapani, Direktor von Centros Comunitarios de Aprendizaje (Cecodap), das in Venezuela im Bereich Kinderrechte arbeitet, äußerte gegenüber dem WSJ, die Konten von Cecodap seien einzig wegen der verschärften Sanktionen gesperrt worden. Auch andere Organisationen sollen bereits von Kontensperrungen betroffen sein.

Das "Amt zur Kontrolle von Auslandsvermögen" (OFAC), das dem US-Finanzministerium unterstellt ist, veröffentlichte in der vergangenen Woche zwar Sondergenehmigung für Hilfsorganisationen, um weiterhin in Venezuela arbeiten zu können. Dennoch würden die Ausnahmen wenig dazu beitragen, die Auswirkungen der jüngsten Sanktionsrunde zu mildern, äußerte Geoff Ramsey, stellvertretender Direktor für Venezuela im Washingtoner Büro für Lateinamerika (WOLA).

Derweil hat die Verschärfung der Sanktionen – nach Informationen von Bloomberg – auch erste Effekte auf die Erdölgeschäfte Venezuelas mit dem engen Verbündeten China. Der staatliche und zugleich größte chinesische Ölkonzern China National Petroleum Corporation (CNPC) mit seiner Tochterfirma PetroChina habe die für diesen Monat geplanten Lieferungen von fünf Millionen Barrel venezolanischen Öls widerrufen, berichtet Bloomberg auf Berufung von Informanten.

Das grundsätzliche Erdölgeschäft zwischen China und Venezuela solle aber trotz des jetzigen Rückzugs von PetroChina in jedem Fall weitergehen, zitiert Bloomberg Experten. Vielmehr könnten nun andere chinesische Unternehmen einspringen, die Raffinerien im asiatischen Land zu versorgen. Auch das russische Staatsunternehmen Rosneft hat zuletzt verstärkt venezolanisches Öl importiert. China ist neben Russland  der momentan wichtigste Handelspartner Venezuelas und soll in diesem Jahr pro Tag 339.000 Barrel venezolanisches Öl importiert haben.

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