Cepal prognostiziert Wirtschaftsrückgang von 23 Prozent für Venezuela

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Logo der Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik der Vereinten Nationen (Cepal)
Logo der Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik der Vereinten Nationen (Cepal)

Santiago de Chile/Caracas. Die Exekutivsekretärin der UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (Cepal), Alicia Bárcena Ibarra, hat die Wirtschaftsprognosen ihrer Organisation für das Jahr 2019 vorgelegt. Venezuela stach mit einem voraussichtlichen Wirtschaftsrückgang von minus 23 Prozent besonders hervor. Im Rest der Region wird im Vergleich zum Vorjahr ein leicht rückläufiges Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent erwartet. Im Jahr 2018 lag es noch bei 0,9 Prozent.

Im Falle Venezuelas wies Bárcena auf die Bedeutung der US-Wirtschaftssanktionen für die Rezession hin. Die in Folge der Sanktionen fallenden Exporte, schwindenden Devisenreserven sowie mangelnden internationalen Finanzierungsquellen würden in einem importabhängigen Land wie Venezuela enorm den Erwerb von Nahrungsmitteln und Medikamenten erschweren. Die Bedürfnisse der Bevölkerung könnten nicht gedeckt werden, so Bárcena weiter. Sie betonte außerdem, dass die Rezession in dem südamerikanischen Land nicht ohne Auswirkungen auf die Entwicklung der gesamten Region bleibe. Durch die zusätzlich weltweit angespannte Wirtschaftslage prognostiziert die Cepal für 21 der 33 Staaten der Region einen Wirtschaftsabschwung.

Venezuela befindet sich schon seit 2014 in einer wirtschaftlichen Krise und Rezession. Die Ursachen sind Gegenstand anhaltender politischer Diskussionen. Dabei werden neben den US-Sanktionen auch interne Faktoren kritisiert, wie beispielsweise eine inflationäre Währungspolitik, mangelnde Investitionen, falsche Anreize und Korruption. Die wirtschaftliche Lage treibt unterdessen immer mehr Venezolaner in die Emigration. Laut dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen haben über vier Millionen Venezolaner ihr Land verlassen.

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