Proteste gegen Kupferprojekt Tía María in Peru dauern an

tia_maria_no_va_agro_si_mina_no.jpg

Proteste in Peru: "Ja zur Agrarwirtschaft, Nein zur Mine"
Proteste in Peru: "Ja zur Agrarwirtschaft, Nein zur Mine"

Arequipa. Ungeachtet der vorläufigen Suspendierung des Kupfererzprojektes Tía María im Süden von Peru gehen die Streiks und Proteste gegen dieses Vorhaben weiter. Dabei ist es am Mittwoch erneut zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen, nachdem Protestteilnehmer die wichtige Handelsstraße Panamericana blockiert hatten.

Der mexikanische Bergbaukonzern Southern Perú Copper, der die Erschließungsarbeiten durchführt, hat indes angekündigt, juristische Schritte gegen die Suspendierung und die entzogene Bergbaulizenz zu prüfen. Der Präsident des Konzerns, Óscar González Rocha, begründete dies damit, dass die Regierung das Unternehmen zuvor nicht konsultiert und den Schritt abgesprochen habe.

Die peruanische Regierung erhoffte sich von der vorläufigen Suspendierung die Aufnahme eines Dialogs mit der Bevölkerung, bei dem Fragen und Zweifel geklärt werden und eine endgültige Entscheidung getroffen werden könnte.

Dessen ungeachtet verweigern die Anführer der Proteste Gespräche mit der Regierung und fordern das endgültige Aus für das Projekt Tía María, das eine lange Vorgeschichte hat: Nach Protesten in den vergangenen Jahren war es wiederholt vorläufig suspendiert und später wieder aufgenommen worden.

Ihnen gefällt, was Sie lesen?

Das freut uns. Unterstützen Sie unsere Arbeit, regelmäßige Spenden helfen uns, das Projekt amerika21 nachhaltig aufzustellen.

Ihr amerika21-Team

Das Bergbauprojekt Tía María beutet eines der größten Kupfererzvorkommen der Welt aus. 2003 wurden die ersten Investitionen durch Southern Perú Copper angekündigt. Zwischen 2006 und 2009 wurden Erschließungsarbeiten aufgenommen und eine erste Umweltverträglichkeitsstudie erstellt. Diese wurde 2011 vom Büro für Projektdienste der Vereinten Nationen (UNOPS) überprüft, das 138 Aspekte für unzulässig erklärte. Daraufhin folgten massive Proteste der lokalen Bevölkerung, in deren Verlauf drei Menschen getötet wurden. Infolgedessen wurde das Projekt zunächst auf Eis gelegt.

Southern Perú präsentierte 2014 eine weitere Umweltverträglichkeitsstudie, die vom Umweltministerium genehmigt wurde, das eine Revision durch das UNOPS jedoch ausschloss. 2015, als die Erschließungsarbeiten wieder aufgenommen werden sollten, kam es zu weiteren Protesten, die sich auf die ganze Region ausweiteten und in deren Verlauf fünf Menschen ums Leben kamen. Der damalige Präsident Ollanta Humala entsandte das Militär in die Region und setzte die öffentlichen Zahlungen für die an den Protesten beteiligten Gemeinden aus. Schließlich wurde das Projekt erneut vorläufig suspendiert.

Bei dem Projekt Tía María handelt es sich genau genommen um zwei Kupfererzvorkommen, Tía María und La Tapada, die beide im Valle de Tambo, Islay, Provinz Arequipa, liegen und als offener Tagebau konzipiert sind. Schätzungen zufolge sollen damit jährlich 120 Tonnen Kupfer abgebaut werden.

Neben der Umweltzerstörung durch Chemikalien beim Kupferabbau provoziert vor allem der erwartete hohe Wasserverbrauch der Minen die ungebrochene Ablehnung durch die lokale Bevölkerung. Das Valle de Tambo ist stark landwirtschaftlich geprägt und leidet bereits jetzt an Wassermangel. Der exzessive Wasserverbrauch durch den Bergbau würde dieses Problem zulasten der Landwirtschaft weiter verschärfen und die Bauern zunehmend verdrängen.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr