Costa Rica / Umwelt

Costa Rica erstes CO2-neutrales Land der Welt?

Costa Rica ist Vorreiter im Klimaschutz. Vorbereitung des UN-Klimagipfels auf Hochtouren

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Costa Rica setzt nicht nur auf nachhaltigen Tourismus, sondern auch auf Klimaschutz
Costa Rica setzt nicht nur auf nachhaltigen Tourismus, sondern auch auf Klimaschutz

Belén de Heredia, Costa Rica. Sechs Länder haben an diesem Mittwoch die Gründung einer Koalition zum intensiven Kampf gegen den Klimawandel verkündet. Auf dem Vorbereitungstreffen für den im Dezember stattfindenden 25. UN-Klimagipfel stellten das Gastgeberland Costa Rica sowie Finnland, Frankreich, Gabun, Grenada und das Vereinigte Königreich einen gemeinsamen Plan zum Schutz von 30 Prozent der Land- und Wasserfläche der Erde vor.

Ziel ist es, die natürlichen Ökosysteme der Erde zu erhalten und bereits geschädigte wiederherzustellen. Dies könne bis 2030 erreicht werden, wenn eine Allianz gewillter Nationen zusammenfinde, so der costa-ricanische Präsident Carlos Alvarado. Die Gründung einer solchen Koalition hatte Alvarado bereits im September vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York vorgeschlagen. Mit Frankreich führt Costa Rica nun die Gruppe der klimaschützenden Staaten an.

Mehr als 500 Delegierte aus 86 Ländern tagen zurzeit in der Nähe der costa-ricanischen Hauptstadt San José. Sie bereiten den vom 2. bis 13. Dezember 2019 in der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile stattfindenden 25. UN-Klimagipfel vor. Erstmalig findet das Vorbereitungstreffen nicht in dem Land der Hauptkonferenz statt. Chile und Costa Rica hatten sich auf ein gemeinsames Abhalten des Treffens geeinigt.

Eindringlich forderten Alvarado und der costa-ricanische Umweltminister Carlos Manuel Rodríguez nun die Anwesenden mit Blick auf den Gipfel im Dezember zu einem energischeren Engagement gegen den Klimawandel auf. "Wir haben immer geglaubt, dass die Wissenschaft die Probleme unserer Gegenwart lösen wird", befand Rodríguez auf dem Treffen. Stattdessen forderte er, die "Technologie der Natur zu benutzen, um den Klimawandel und den Verlust von Biodiversität kostengünstig und effektiv zu bekämpfen".

Präsident Alvarado verteidigte in einer emotionalen Rede den im Februar durch seine Regierung vorgestellten Plan, in Costa Rica bis 2050 gänzlich auf die Nutzung fossiler Brennstoffe zu verzichten. Unter Verweis auf die (klein-)bäuerliche Vergangenheit seines Landes stelle er den weltweit ersten, in Costa Rica produzierten CO2-neutralen Kaffee vor. Kaffee war früher eines der Hauptexportprodukte Costa Ricas. Auf traditionelle Art und Weise angebauter Kaffee ist für die Rodung großer Flächen Regenwalds verantwortlich und außerdem äußerst wasserintensiv und umweltverschmutzend.

Costa Rica gilt schon seit langem als Vorreiter im Natur- und Klimaschutz. Mehr als ein Viertel der Landesfläche stehen unter Naturschutz. War in den 1980er Jahren zwischenzeitlich nur noch 20 Prozent der Landesfläche mit Wald bedeckt, so sind es heute wieder über 50 Prozent. Über 90 Prozent seines Energiebedarfs deckt Costa Rica aus regenerativen Quellen. Außerdem möchte das Land bis 2021 CO2-neutral werden – als erstes weltweit.

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