Costa Rica lockert Maßnahmen für Warenverkehr mit Nicaragua

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Der zwischen Costa Rica und Nicaragua blockierte Transport per LKW hatte Auswirkungen auf den gesamten Warenverkehr in Zentralamerika
Der zwischen Costa Rica und Nicaragua blockierte Transport per LKW hatte Auswirkungen auf den gesamten Warenverkehr in Zentralamerika

San José/Managua. Costa Rica lockert die Maßnahmen, die für die Einfuhr von Waren aus Nicaragua auf dem Landweg gegolten haben. Am 30. Mai einigten sich beide Regierungen, dass Güter von Nicaragua aus wieder einfacher per LKW nach Costa Rica importiert werden dürfen.

Nachdem Costa Rica fast 50 Fälle von Covid-19 bei LKW-Fahrern entdeckt hatte, erließ die Regierung am 18. Mai strenge Regeln für den Güterverkehr per LKW. Diese ließen die Fahrer nicht länger die Waren selbst ausliefern, sondern erlaubten ihnen nur das Abladen an wenigen dafür vorgesehenen Zentren. Von dort wurde die Ladung dann weitertransportiert. Daraufhin schloss Nicaragua aus Protest seine Grenzen komplett für den Güterverkehr. In der Folge wurde von bis zu 2.000 LKW berichtet, die an der Grenze zwischen Nicaragua und Costa Rica gestrandet waren.

Diese Schritte wirkten sich auch negativ auf den Warenverkehr nach Panama aus. Das Land verlor durch die blockierte Grenze mehr als 1,5 Millionen Dollar täglich, so Roberto Tribaldos, Präsident des panamaischen Verbandes der Exporteure (Apex). Der Verband schloss sich der Forderung der Föderation der Kammern und Verbände der Exporteure Zentralamerikas und der Karibik (Fecaexca) an, die Grenzschließung zu beenden. Nach Aussage von Fecaexca wurden angemessene hygienische Maßnahmen angewandt, um die Verbreitung des Virus im Warentransport zu verhindern. Costa Rica habe mit seinen Regelungen die Versorgung mit Lebensmitteln, Medikamenten und Hygieneartikeln gefährdet, diese seien ein Hindernis für den gesamten innerzentralamerikanischen Handel. Der Warenverkehr in Zentralamerika hängt maßgeblich von diesem Transportweg ab, mehr als 90 Prozent wird über Land abgewickelt.

Aufgrund der eingetretenen Situation kamen die Handels- und Gesundheitsminister der betroffenen Länder in einer virtuellen Konferenz zusammen. Sie wollten den Warenfluss in Zentralamerika wieder in Gang bringen. Die Minister einigten sich, die Aufenthaltsdauer von LKW von drei auf fünf Tage zu verlängern. Außerdem dürfen die Waren in Costa Rica nun in autorisierten Lagerhäusern oder, bei gefährlichen, gekühlten oder Schüttgütern, in den Lagern der Importeure abgeladen werden. Dies stellt eine Verbesserung zu den vorherigen Regelungen dar, die die Preise der Güter um bis zu 60 Prozent verteuert hatten.

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