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Russische Firma erschließt neues Erdölbohrloch in Kuba

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Logo der staatlichen Erdölfirma Cupet
Logo der staatlichen Erdölfirma Cupet

Havanna. Wie die kubanische Nachrichtenagentur "Prensa Latina" berichtet, hat die russische Firma Zarubezhneft erfolgreich eine neue Bohrstelle in den Ölfeldern von Boca de Jaruca in Kubas Provinz Mayabeque erschlossen. Die Bohrung sei mittels horizontaler Fördertechnik bewerkstelligt worden und liefere 52 Tonnen Schweröl pro Tag, so der Bericht.

Außenhandelsminister Rodrigo Malmierca lobte den Erfolg des Unternehmens als Beispiel für die Nutzung moderner Technologie über ausländische Investitionen. Im Rahmen des Besuchs von Russlands Premierminister Dimitri Medwedew schloss Kuba im Oktober 2019 ein Abkommen der russischen Firma, das neue Erschließungen in den kubanischen Festlandölfeldern vorsieht.

Kubas staatliche Erdölfirma Cupet arbeitet bereits seit 2011 mit Zarubezhneft zusammen. Deren Direktor, Sergey Kudryashov, bezeichnete das Projekt in Kuba als "wichtiges Element zum Erhalt der Technologieführerschaft bei der Förderung von Erdöl". Das Unternehmen will in den kommenden zwei Jahren 30 weitere Bohrlöcher mittels horizontaler Fördertechnik errichten und plant hierfür rund 100 Millionen Euro zu investieren.

An der kubanischen Nordküste von Boca de Jaruco wird bereits seit den 1970er-Jahren Öl gefördert. Zusammen mit anderen Ölfeldern in Matanzas kann Kuba so knapp die Hälfte des benötigten Erdölbedarfs mittels eigener Produktion sicherstellen. Das auf dem Festland gelagerte Öl ist jedoch stark schwefelhaltig und von niederer Qualität, weshalb es ausschließlich für die Stromerzeugung in Schwerölkraftwerken genutzt wird.

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Erkundungen zur Erschließung der Offshore-Vorkommen in Kubas Küstengewässern, wo höherwertige Vorkommen vermutet werden, verliefen bisher ohne Ergebnis. Aus den neuen Bohrlöchern entlang der Nordküste wollen Cupet und Zarubezhneft in den kommenden zehn Jahren insgesamt zwei Millionen Tonnen Erdöl fördern. Rund 80 Prozent der elektrischen Energie auf Kuba werden derzeit mittels Schweröl und Dieselkraftstoff erzeugt, wobei letzterer vollständig importiert werden muss.

Vor allem Venezuela beliefert die Insel mit Energieträgern. Kuba musste jedoch aufgrund der aktuellen Wirtschaftskrise und verschärften US-Sanktionen die Importe auch auf diesem Gebiet zuletzt weiter einschränken. Der stellvertretender Premierminister Ramiro Valdés rief die Bevölkerung indes zum Stromsparen auf, nachdem der Verbrauch Anfang September über dem eingeplanten Bedarf lag.

Bis 2030 will Kuba den Anteil erneuerbarer Energieträger am Strommix von derzeit rund 2 auf 24 Prozent ausbauen.

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