Western Union schließt Büros in Kuba

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...aber nicht nach Kuba: Western Union stellt sämtliche Zahlungen aus Europa und anderen Teilen der Welt ein
...aber nicht nach Kuba: Western Union stellt sämtliche Zahlungen aus Europa und anderen Teilen der Welt ein

Havanna/Washington. Das in den USA ansässige und weltweit agierende Geldtransferunternehmen Western Union wird seine Büros in Kuba schließen.

Damit kommt das Unternehmen neuen Verboten nach, welche die Regierung von Präsident Donald Trump jüngst verhängt hat, und mit denen US-Firmen untersagt wird, mit dem kubanischen Finanzunternehmen Fincimex zu verkehren. Der US-amerikanische Anbieter von Auslandsüberweisungen Union wird seine 407 Agenturen, die im ganzen Land verteilt sind, schließen.

Der Nachrichtenagentur AFP teilte das Unternehmen mit, man hoffe, "weiterhin wesentliche Geldtransferdienste für Kunden anbieten zu können" und arbeite daran, "sich an neue Regeln und Vorschriften bezüglich Kuba anzupassen". In der Zwischenzeit, so hieß es, würden die Geldtransfers "funktionsfähig bleiben" und US-Kunden könnten Geld "direkt an Familienmitglieder in Kuba von unseren Zweigstellen oder über das Internet senden, so dass es an unsere mehr als 400 Agenturen auf der ganzen Insel geht".

Die neuen Sanktionen der Trump-Regierung verbieten es Personen, die der US-Gerichtsbarkeit unterliegen, Überweisungen an Kuba über Firmen zu schicken, die mit kubanischen, vom Militär kontrollierten Firmen zusammenarbeiten. Fincimex ist der wichtigste kubanische Partner von Western Union, den Millionen Kubaner in den USA seit zwei Jahrzehnten genutzt haben, Geld an ihre Verwandten auf der Karibikinsel zu senden.

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Einige Analysten vermuten,die Trump-Regierung habe im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen am 3. November die Sanktionen gegen Kuba nochmals verschärft, um sicherzustellen, dass sie die Anti-Castro-Stimmen im Schlüsselstaat Florida erhalten wird.

Fincimex kommentierte, dass die Sanktionen, die "inmitten der Pandemie kommen, den Zynismus, die Verachtung für das kubanische Volk und den Opportunismus der US-Regierung unterstreichen". Viele Kubaner erhalten täglich wertvolle Unterstützung in Form von Überweisungen ihrer Angehörigen. "Fincimex ist das Unternehmen, das durch die souveräne Entscheidung der kubanischen Regierung beauftragt wurde, die Überweisungen aus den USA nach Kuba zu garantieren, die nun vollständig unterbrochen werden", stellt die Erklärung klar.

Kubas Außenminister Bruno Rodríguez schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter: "Die US-Zwangsmaßnahmen gegen unser Land und der Angriff auf Überweisungen zielen darauf ab, kubanischen Familien Schaden zuzufügen."

Western Union und die zahlreichen anderen US-Unternehmen, die von den verschärften Verboten in Bezug auf Geschäftsbeziehungen mit Unternehmen in Kuba betroffen sind, äußerten sich bislang nicht dazu, ob sie gegen die unilaterale Sanktionspolitik der Trump-Regierung, die ihre unternehmerische Freiheit einschränkt, juristisch vorzugehen gedenken. Auch von anderen Freihandels-Befürwortern ist in dieser Sache nichts zu vernehmen.

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