Brasilien: Bauflächen für die Landlosenbewegung MST in Recife

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Gemeinsame Verhandlung von Aktivist:innen der MST, Regierungsmitgliedern und der Cehab
Gemeinsame Verhandlung von Aktivist:innen der MST, Regierungsmitgliedern und der Cehab

Recife. Mitglieder der brasilianischen Landlosenbewegung MST feiern einen Sieg. Ein Abkommen mit der Regierung des Bundesstaats Pernambucos hat ihnen zwei Grundstücke für den Wohnungsbau zugesprochen.

Über ihre sozialen Medien gab die MST am Mittwoch die Neuigkeiten bekannt: die rund 200 Familien, die aktuell in der Besetzung "Nelson Mandela" wohnen, können schon bald in richtige Wohnungen ziehen. 

Seit über einer Woche standen Aktivist:innen der Landlosenbewegung in Verhandlung mit der Regierung Pernambucos und dem staatlichen Wohnungs- und Bauunternehmen Cehab. Nun konnte eine Einigung erzielt werden. Der MST wurden zwei an die Besetzung angrenzende Grundstücke zum Bau von Sozialwohnungen zugesichert.

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Für José Severino da Silva, Aktivist und Anführer der Bewegung in Recife, ist das Ergebnis der Verhandlungen eine große Errungenschaft. Er erklärt: "Wir werden nicht vertrieben, so wie es einige Milizen wollten. Für die ganze Bewegung und die Familien ist das ein großer Sieg."

Die Besetzung "Nelson Mandela" existiert seit über einem Monat. Am 12. Juni besetzten Aktivist:innen der Landlosenbewegung das Gebäude, um den von Hochwasser betroffenen Familien ein Dach über dem Kopf bieten zu können. Immer wieder kam es zu Anfeindungen. Zuletzt wurden die Familien nachts von vier bewaffneten Männern überrascht, welche zwei Aktivisten angegriffen. Einer wurde dabei durch einen Streifschuss am Kopf schwer verletzt (amerika21 berichtete). Zehn Tage danach hat sich nach Severinos Aussagen die Stimmung wieder beruhigt. Der verletzte Aktivist schwebt nicht mehr in Lebensgefahr und wurde bereits aus dem Krankenhaus entlassen. Das Abkommen lasse neue Ideen und Hoffnungen für die Zukunft aufblühen. 

Die Einigung mit der Cehab sieht vor, dass diese für die Bereitstellung und Bereinigung des Grundstücks zuständig ist. Die MST darf hingegen die Bebauungsstruktur festlegen. Schon jetzt gibt es Pläne für die kommenden Tage. "Die Idee ist es, Sozialwohnungen zu bauen. Aber erstmal organisieren wir Zelthütten, verlassen die Straße, errichten einen Gemeinschaftsgarten, einen Raum für unsere Vollversammlungen und eine Gemeinschaftsküche", verkündet Severino. Sobald die Landflächen bereinigt wurden, haben die Familien eine Woche Zeit, um aus der Besetzung dorthin zu ziehen.

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