Neuer Höchststand der Fälle von Femiziden in Guatemala

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Sombrilla CA, eine zentralamerikanische Organisation zur Verteidigung der sexuellen und reproduktiven Rechte der Frauen
Sombrilla CA, eine zentralamerikanische Organisation zur Verteidigung der sexuellen und reproduktiven Rechte der Frauen

Guatemala Stadt. Im Oktober sind in Guatemala 80 Frauen ermordet worden, ein neuer Höchststand von Fällen im aktuellen Jahr. Insgesamt sind bis Ende Oktober 538 Frauen getötet worden. Das zeigt ein Bericht der zivilgesellschaftlichen Organisation Grupo de Apoyo Mutuo (GAM). Auch die Zahl der Morde insgesamt stieg im Vergleich zum selben Zeitraum im Vorjahr, nämlich um 19,26 Prozent auf 3.380 Personen an.

Der Bericht der GAM sagt weiter, der Anstieg der Todesfälle "bestätigt damit die Hypothese, dass alle kriminellen Phänomene, die das Land betreffen, miteinander verbunden sind und früher oder später zu einem gewaltsamen Tod führen."

Laut der Beobachtungsstelle für Frauen bei der Staatsanwaltschaft (Observatorio de las Mujeres del Ministerio Público) wurden im aktuellen Jahr außerdem 8.537 Fälle von Vergewaltigungen gemeldet. Insgesamt registrierte die Beobachtungsstelle 56.784 Fälle von Gewalt gegen Frauen, sei es physischer, psychischer oder wirtschaftlicher Art.

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"Die zentralamerikanischen Regierungen haben vor der COVID-19-Pandemie nicht genug getan, um das Recht der Frauen auf ein gewaltfreies Leben zu gewährleisten, aber während der Pandemie haben sie keine besonderen Maßnahmen ergriffen, um auf die Beschwerden der Frauen einzugehen," so ein Statement von Sombrilla Centroamericana, einem Zusammenschluss von Organisationen für sexuelle und reproduktive Gerechtigkeit im zentralamerikanischen Raum.

Eine der möglichen Gründe für die hohen Zahlen sei die fehlende Aufmerksamkeit, die den Morden geschenkt wird. "Die Zunahme der Kriminalität in Guatemala ist darauf zurückzuführen, dass die Behörden den Drohungen und Einschüchterungen gegenüber Frauen, die zu Tötungsdelikten an ihnen führen, keine Beachtung schenken," sagte der Direktor von GAM schon im September zu den seit längerem steigenden Zahlen.

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