Nicaragua / Soziales

Covid-19: Neue Impfstofflieferungen für Nicaragua

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China unterstützt Nicaragua mit Impfstofflieferungen
China unterstützt Nicaragua mit Impfstofflieferungen

Managua. Nicaragua hat erneut größere Impfstofflieferungen aus verschiedenen Ländern erhalten. Aus China kamen vergangene Woche die ersten 200.000 Dosen des Vakzins Sinopharm an. China hatte zuvor eine Spende von insgesamt einer Million Impfstoffdosen zugesagt.

Aus Frankreich wurden am 13. Dezember über 800.000 Pfizer-Impfdosen im Rahmen der Covax-Initiative an das Gesundheitsministerium übergeben. Dabei waren Vertreter Frankreichs, der Europäischen Union, von Unicef und der Panamerikanische Gesundheitsorganisation als Teil der Weltgesundheitsorganisation (WHO-PAHO) anwesend.

Der französische Botschafter, Brieuc Pont, betonte bei der Übergabe, dass diese Lieferung dem Engagement seiner Regierung für eine Beschleunigung der weltweiten Impfkampagne entspreche: "Es nützt nichts, wenn einige Länder geimpft sind, während andere Länder neue Varianten entwickeln. Deshalb ist es von grundlegender Bedeutung, dass alle Menschen auf der Welt Impfstoff erhalten können", sagte er.

Die WHO-PAHO-Vertreterin Ana Treasure hob "die vom Gesundheitsministerium durchgeführte sehr aktive Impfkampagne" hervor. "Es ist beeindruckend zu sehen, wie die Impfärzte von Haus zu Haus gehen, an verschiedenen Orten. Wir haben sie auf den Märkten gesehen, wir haben sie in verschiedenen Teilen der Stadt gesehen, und das im ganzen Land, und das ist sehr gut so", sagte Treasure.

Aufgrund der ungleichen Verteilung der Impfstoffe in der Welt waren in Nicaragua bis Anfang September nur 524.000 Menschen geimpft. Diese etwa acht Prozent der Bevölkerung waren über 45 Jahre alt. Menschen mit problematischen Vorerkrankungen sind zuerst versorgt worden.

Nach der Ankunft verschiedener Covax-Lieferungen im September und Oktober hatte die Impfkampagne schnell Fahrt aufgenommen. Bis Ende Oktober waren 2.825.494 Menschen geimpft, über 44 Prozent der Bevölkerung über zwei Jahre. Von den auch für Kinder geeigneten Impfstoffen Soberana 2 und Abdala aus Kuba waren am 20.Oktober 1,2 Millionen Dosen angekommen. Ab dem 25.Oktober hatten die Kinder nach einer Einverständniserklärung ihrer Eltern an 1.500 Stellen im Land die Möglichkeit zu einer Impfung.

Inzwischen sind die Impfzahlen weiter kräftig gestiegen. Aktuell haben über 72 Prozent der Bevölkerung aus allen Altersgruppen Impfungen erhalten. Darunter befinden sich schwangere Frauen mit 76 Prozent; Kinder von zwei bis elf mit 54 Prozent; von zwölf bis 17 mit 64 Prozent. Bei Personen zwischen 18 und 29 Jahren sind fast 67 Prozent geimpft; 81,51 Prozent bei den Menschen, die älter als 30 Jahre sind. 

Um die Bevölkerung auch langfristig mit Covid-Vakzinen versorgen zu können, hatte sich die Regierung Nicaraguas um eine Produktion im Land bemüht. Für 2022 ist nun die Produktion des russischen Impfstoffes CoviVac in einer Allianz des Instituto Méchnikov in Nicaragua und dem Instituto Chumakov aus Russland geplant. Damit ist Nicaragua eines der ersten Länder in der Region, das die Lizenz für die Produktion eines russischen Impfstoffes erhalten hat.

Bei der Impfkampagne in Nicaragua steht nicht nur die Freiwilligkeit der Impfung im Mittelpunkt, sondern auch die Information und die direkte Zugänglichkeit.

"Wir bringen den Impfstoff jetzt zu den Menschen nach Hause, die Leute müssen nicht unbedingt in einen Gesundheitsposten oder ein Gesundheitszentrum gehen, sondern der Impfstoff kommt direkt an ihre Haustür. Wir bitten sie nur, ihre Türen zu öffnen, damit wir den Impfstoff an Großeltern, Schwangere, Kinder und Erwachsene verabreichen können", sagte die Leiterin des örtlichen Gesundheitszentrums in der Gemeinde Belen. Dank der Impfungen "von Haus zu Haus" im ganzen Land haben die Menschen die Möglichkeit zum direkten Austausch mit den Ärzten und Brigadisten des Gesundheitsministeriums.

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