Amerikas / Soziales

Gesundheitsorganisation schlägt Alarm: Covid-19-Infektionen in den Amerikas verdoppelt

ops_carissa_ettienne.jpg

Carissa Ettienne ist seit 2013 WHO-Regionaldirektorin für Amerika
Carissa Ettienne ist seit 2013 WHO-Regionaldirektorin für Amerika

Washington. Die Generaldirektorin der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation (Organización Panamericana de la Salud, OPS), Carissa Ettienne, fordert angesichts der Zunahme der Infektionen auf dem Kontinent durch die Verbreitung der SARS-Cov-2-Variante Omicron die Verstärkung aller Präventionsmaßnahmen gegen Covid-19.

Wie Ettienne bei einer virtuellen Pressekonferenz am Donnerstag berichtete, hat sich in der vergangenen Woche die Zahl der Corona-Fälle in der Region von 3,4 Millionen am 1. Januar auf 6,1 Millionen am 8. Januar fast verdoppelt. Im Vergleich zum Vorjahr waren die Zahlen um 250 Prozent gestiegen.

Aufgrund der verstärkten Impfung in der Region ist die Covid-19-Sterblichkeitsrate zwar stabil geblieben, aber die Zunahme von Notaufnahmen und Krankenhausaufenthalten mache es vielen Gesundheitssystemen schwer, die Situation zu bewältigen.

Kuba weise eine der weltweit höchsten Impfquoten gegen Covid-19 auf, auch in Ländern der Region wie Chile und Argentinien seien die Impfkampagnen erfolgreich.

In Bezug auf die Karibik sprach Ettienne vor allem über Puerto Rico und die Dominikanische Republik, zwei Länder, in denen seit Beginn der Pandemie die meisten Infektionen aufgetreten sind. Aber auch in anderen Ländern wie Martinique, Jamaika, Curaçao und Aruba sei die Zahl der Fälle stark gestiegen.

Die Region habe nach der Weihnachtszeit einen sprunghaften Anstieg der gemeldeten Corona-Infektionen erlebt, der durch die Ausbreitung der Omicron-Variante ausgelöst wurde und Zahlen erreichte, die es in früheren Pandemiephasen nie gegeben habe.

Der OPS-Direktorin betonte, dass eine zusätzliche Dosis des Impfstoffs dazu beitrage, die Abwehrkräfte gegen das Virus zu stärken, insbesondere angesichts der Zunahme der Infektionen.

Die Länder der Region arbeiteten intensiv an der Beschaffung der Medikamente, die sie zum Schutz ihrer Bevölkerung benötigen, so Etienne weiter. Fast 60 Prozent der Menschen in Lateinamerika und der Karibik haben zwei volle Dosen eines Corona-Vakzins erhalten. Impfstoffe trügen dazu bei, Leben zu retten und die Ausweitung der flächendeckenden Versorgung bleibe die Priorität der OPS. Deren Experten fordern Impfstrategien, "die für die Prävention schwerer Krankheiten ausgelegt sind, einschließlich des gezielten Einsatzes der Auffrischungsimpfung", so die Generaldirektorin weiter.

Die Omicron-Variante sei inzwischen in 42 Ländern und Gebieten der Amerikas entdeckt worden.

Etienne rief dazu auf, die Angehörigen der Gesundheitsberufe, die den Zustrom neuer Fälle bewältigen müssen, vorrangig mit einer zusätzlichen Impfdosis vor den schlimmsten Folgen von SARS-CoV-2 zu schützen.

Abschließend verwies sie auf den Kampf um Gleichheit bei den Impfstoffen, die Unterstützung des Personals in diesem Sektor und die individuelle Verantwortung für die Verhinderung der Übertragung, betonte aber zugleich, dass "die Solidarität den Weg aus der Pandemie ebnen wird".

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr