Mexiko / Soziales

Mexiko: Noch keine Rettung der verschütteten Bergleute in Coahuila

coahuila mine

Taucher drangen in einen 60 Meter tiefen und einen Meter breiten Stollen vor (Screenshot)
Taucher drangen in einen 60 Meter tiefen und einen Meter breiten Stollen vor (Screenshot)

Mexiko-Stadt/Sabinas. Über eine Woche nach dem Wassereinbruch in eine kleine Steinkohlemine im mexikanischen Bundesstaat Coahuila (amerika21 berichtete) dauern die Rettungsarbeiten für die zehn vermissten Bergleute noch immer an.

Ein Großteil des Wassers konnte abgepumpt werden und am Mittwoch, genau eine Woche nach dem Unglück, drangen erstmals ein Militärtaucher und ein Freiwilliger mit Erfahrung in diesem Bergbaugebiet auf den Grund des Stollen vor. Dieser ist 60 Meter tief und hat einen Durchmesser von zirka einem Meter. Doch die seitlichen Arbeitsstollen sind aufgrund von Restwasser und zersplitterten Holzpfählen nur schwer zugänglich.

Wie das Verteidigungsministerium in einer Pressekonferenz am Donnerstag bekannt gab, sei die Sicherheit der Rettungskräfte momentan noch nicht genügend gewährleistet, um bis zu dem Ort vorzudringen, wo die zehn verschütteten Kumpel gemäß Angaben ihrer fünf überlebenden Kollegen gearbeitet haben.

Währenddessen mehren sich die Stimmen, die Versäumnisse der Regierung von Präsident Andrés Manuel López Obrador anprangern. So war die Mine auf den Namen eines Strohmannes registriert und die Behörden machten offensichtlich keine Inspektion der Arbeitsbedingungen.

Auch Cristina Auerbach, die Sprecherin der Angehörigenorganisation Familia Pasta de Conchos, kritisiert die Behörden, die trotz der unrühmlichen Vergangenheit der Steinkohleindustrie weiterhin über die staatliche Energiekommission CFE die Steinkohle abkaufen. In einem Bericht ihrer Organisation, herausgegeben vom mexikanischen Büro der Heinrich-Böll-Stiftung, dokumentieren sie seit 1883 bis 2021 alleine in dieser Region über 300 Unfälle mit mindestens 3.103 Toten.

Die Angehörigen der Verschütteten harren beim Mineneingang weiterhin Tag und Nacht aus und geben die Hoffnung nicht auf, dass ihre Väter, Brüder und Söhne noch lebend geborgen werden. Doch mit jedem Tag, der vergeht, schwindet diese Hoffnung.

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