Rückgabe von Land an die Yaqui-Indigenen in Mexiko

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Präsident López Obrador bei der Unterzeichnung des Dekrets im Bundesstaat Sonora
Präsident López Obrador bei der Unterzeichnung des Dekrets im Bundesstaat Sonora

Sonora. Die mexikanische Regierung gibt 29.241 Hektar Land an die Yaqui-Indigenen zurück. Dies beinhaltet das Dekret "Wiedergutmachung und Entschädigung zugunsten des Yaqui-Volkes", das der mexikanische Präsident Andrés Manuel López Obrador (Amlo) am 29. Oktober in der Gemeinde Belém im Bundestaat Sonora unterzeichnet hat.

"Wir werden weitermachen, denn hier ist das Team, das weiterhin mit Euch zusammenarbeiten wird", sagte López Obrador vor dem Vertreter der Yaqui Gemeinde, Francisco Nocamea Hernández und vor dem Gouverneur von Sonora, Alfonso Durazo Montaño (Morena-Partei).

Die Rückgabe der Ländereien ist Teil des Regierungsplans "Gerechtigkeit für das Yaqui-Volk" von 2019. Es ist ein Hilfsprogramm für die indigene Gemeinschaft, der jahrzehntelang ihr Land von Großgrundbesitzern weggenommen wurde. Damit will López Obrador auch das Dekret des früheren Präsidenten Lázaro Cárdenas del Río (1934 - 1940), das nicht komplett umgesetzt werden konnte, vervollständigen.

Lázaro Cárdenas beteiligte sich als junger Offizier an der Mexikanischen Revolution und setzte sich für eine gerechte Landreform ein. Während seiner Regierung wurde Land an Indigene und Bauern verteilt.

Regierungsvertreter bezeichneten die Unterzeichnung des Dekrets als historisch. López Obrador ergänzte, dass die Verteilung weiterer Ländereien nicht ausgeschlossen sei.

Gouverneur Durazo bat den Präsidenten darum, die Asphaltierung von Straßen in den indigenen Gemeinden in den Regierungsplan einzubeziehen. Francisco Nocamea forderte wiederum von Durazo, die Regulierung des von den Indigenen zurückgeforderten Landes und die gesetzlich vorgeschriebene Rückgabe der Ländereien, die wegen der neu gebauten Straße dem indigenen Gebiet entzogen wurden, voranzubringen.

Eine Gruppe von Yaqui-Indigenen protestierte Medien zufolge vor dem Beginn der Veranstaltung. Es handelte sich um Angehörige von 16 Indigenen, die im Oktober dieses Jahres bei Blockaden von Landstraßen, die aus Protest gegen die Megaprojekte in ihren Gemeinden stattfanden, festgenommen wurden.

Die Yaqui führen seit langem einen Kampf um ihr Land, das von Großgrundbesitzern, aber auch von großen Konzernen weggenommen wurde. Im Verlauf des Widerstandes gegen ein Bergbauprojekt sind seit 2016 16 Yaqui-Indigene verschwunden. Die Gemeinde Lomas de Bacum setzt sich seit 2014 gegen den Bau einer Gaspipeline zur Wehr. Fünf Indigene, die gegen den Bau waren, sind aus nicht geklärten Umständen uns Leben gekommen.

Schließlich hat seit einiger Zeit die organisierte Kriminalität die Yaqui-Region für sich entdeckt und beginnt dort Mohn anzupflanzen. Die damit verbundene Gewalt und Unsicherheit haben vielerorts die Bevölkerung gezwungen, ihre Dörfer zu verlassen.

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